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Simple Minds: Graffiti Souls
(Universal)


Autor: schlimm / Wertung: 6,5 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Ja, liebe Leute, die Simple Minds gibt es immer noch. Die Älteren unter uns werden sich gerne erinnern, als sie mit „New Gold Dream“, „Once Upon A Time“, „Street Fighting Years“ und „Sparkle In The Rain“ die ein oder andere Pop-Hymne in die Welt hinausjagten. Dreißig Jahre sind die Simple Minds nun schon im Geschäft. Mittlerweile gleicht es allerdings fast schon einem Trauerspiel, wenn man sich so anguckt, was die Band so alles fabriziert hat und wenn man ehrlich ist, interessiert nur noch die Beinhartfans, was die Band so musikalisch auf die Beine stellt, denn ansonsten kräht kein Hahn mehr nach ihnen.

Die Simple Minds sind schon längst in alle Himmelsrichtungen verstreut. Für einen Großteil der Songs sind auf „Graffiti Souls“ Charlie Burchill und Jim Kerr verantwortlich. Gerade Burchill soll wieder unendlich viele Ideen gehabt haben. Man nutze die modernen Kommunikationsmittel und so wanderten die Songfragmente und Ideen per MP3 hin und her. Sehr kreativ kann der ganze Prozess allerdings nicht gewesen sein, denn das reguläre Album beinhaltet nur acht Songs. Aufgepeppt wird die Geschichte mit dem Bonustrack „Shadow And Light“ sowie dem Neil Young Cover „Rockin´ In The Free World“.
Vielleicht kommt ein neues Simple Minds Album aber auch genau zur richtigen Zeit. Bei entsprechender Promotion könnte man ja auf den 80er Revival Zug aufspringen. „Moscow Underground“ gibt mit einem treibenden Bass, einem sphärischen Aufbau und verspielten Gitarrenflächen gar keine schlechte Figur ab. Der Gesang von Jim Kerr klingt dazu fast mystisch. Die erste Single „Rockets“ ist dagegen ein regelrechtes Trauerspiel. Eine Hymne nach dem Baukastenprinzip und vermutlich demnächst im Radiosender ihres Vertrauens zu hören. Dies gilt auch für „Stars Will Lead The Way“, auch, wenn man der Nummer ein gewisses Ohrwurmpotenzial bescheinigen muss. Viel falsch machen die Simple Minds hier nicht, denn das klingt im Grunde so, wie man die Band kennt und Fans werden den Song sicher in ihr Herz schließen. Etwas ausgefeilter klingt da schon „Light Travels“. Das Stück baut auf einen simplen Beat auf, bevor Akustikgitarren und das charismatische Spiel von Burchill eine Art Gegenpol bilden. Der dunkle – und in weiten Teilen – düstere Gesang wurde sehr in den Vordergrund gemischt. Insgesamt ein sehr atmosphärischer Track, der sich erst nach und nach erschließt. „Kiss And Fly“ entwickelt sich  zu einer klassischen Simple Minds Hymne und plötzlich ist alles wieder da, wofür der ein oder andere die Band je geliebt und geschätzt hat.
Bei „Graffiti Soul“ rollt der Bass wieder über den Zuhörer hinweg. Synthie- und Gitarrenflächen sorgen abermals für einen atmosphärischen Aufbau. „Blood Type O“ plätschert anschließend ohne Höhen und merkliche Tiefen so vor sich hin. Besseres kann man leider auch nicht über „This Is It“ sagen. Ausgerechnet das als Bonustrack deklarierte „Shadows And Light“ überrascht mit einer schönen Akustikgitarre und einigen netten Spielereien im Mittelteil. Als sehr dominant erweist sich erneut das Bassspiel. Von „Rockin´ In The Free World“ hätten die Simple Minds besser die Finger gelassen – dies ist einfach nicht deren Baustelle.
Fazit: „Graffiti Soul“ ist fast unverschämt kurz. Acht reguläre Songs sind dann doch etwas dürftig. Fans werden dieses Album trotzdem wieder ganz fest in ihr Herz schließen, blitzt hier doch öfters mal auf wofür die Band einst groß geworden ist. Neue Fans werden damit kaum gewonnen werden, aber darum geht es ja auch nicht.
 

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