Es gibt inzwischen nicht mehr viele Bands, die ich unbedingt gerne einmal live sehen würde. Rush wären sicherlich so eine. Einmal mit 1000 anderen zusammen Tom Sawyer singen. Das wär’s. Und zu gerne hätte ich einmal Queen gesehen, aber mit Mercury - doch der Freddie ist ja tot. Ja, und der Herr Gutzeit, der kann sich nach dieser Platte sicherlich auch in diese Riege gesellen. Denn Entschleuniger sind herrlich entspannte 78 Minuten Live Musik, bei der man sich vorsichtig auf seinem Barhocker zurücklehnen und sich fröhlich ins Pils fallen lassen kann.
Aufgenommen am 6. Und 7. Oktober im ‚kleinen Landcafe’ im Zeltlager unserer Jugend, der Eifel, gibt es 19 Songs aus dem bisherigen Schaffens Gutzeit, dargeboten von Sascha Gutzeit (Gitarre, Klavier und Gesang) und Ingo Meyer an der zweiten Gitarre. Beginnend mit dem sarkastischen Ich bin die Vorgruppe geht die Reise durch sanfte Balladen (Mondlicht motel, Down the highway), bissige Geschichten (Frau Schröder, Taxifahrer) , Seitenhieben auf unsere Gesellschaft (Füße hoch, Niveau kütt) oder knackigem Rock (Kalamazoo, Das kriegst du nicht hin).
Frenetische Fan Gesänge und hysterisches Weibergekreische gibt es hier nicht, dies ist weder ein Life after Death noch ein Exit stage left. Aber gerade die intime Kneipenatmosphäre sorgt für Authentizität im heimischen Wohnzimmer. Und die Zwei-Mann-Instrumentierung sorgt für eine Klarheit und Wärme beim Sound, den man sich öfters bei Live Platten wünschen würde.
Entschleuniger macht mächtig Bock, den Sascha einmal bei seinen nächsten Konzerten zu besuchen. Schöne, relaxte Abende, mächtig entschleunigt, die hat man eh viel zu selten…