Eine gewisse Neigung zu Material der Singer / Songwriter Fraktion sollte man schon mitbringen, um sich ansatzweise mit der Schottin Sandi Thom und ihrem Debüt “Smile… It Confuses People“ auseinander setzen zu können, denn genau in diese Kerbe schlägt die Dame vorwiegend die musikalische Axt. Okay, es sind nicht ausschließlich Singer / Songwriter Anleihen, die man hier in insgesamt 10 Songs bei einer – doch eher als mager zu bezeichnenden – Gesamtspielzeit von knapp 32 Minuten auf die Ohren bekommt, denn das ganze ist schon mit reichlich Pop-Feeling Radio kompatibel aufgearbeitet, was aber nicht unbedingt störend sein muss. Es ist hier sogar eher dahin gehend fördernd, dass einem die Lieder der jungen Dame augenblicklich zart in die Ohren laufen und die transportierten Melodien für lange Zeit unauslöschbar im Flüssigkeitsgetränkten Fleischball zwischen eben diesen Ohren abspeichern, allen voran natürlich ihren Top Hit „I Wish I Was a Punk Rocker (With Flowers In My Hair)“, der ja wochenlang in sämtlichen deutschen Radiostationen rauf und runter gedudelt wurde. Aber auch Titel wie der Opener „When Horsepower Meant What It Said“, “Castles”, das rockige “The Human Jukebox” oder auch das ruhige “Time” offenbaren weiteres Hitpotential. Textlich bewegt sich Sandy Thom dabei zwischen Gefühlen in einer romantisierten Welt, der Abarbeitung von Alltagsproblemen und Selbstzweifeln bis hin zum leichten Protest gegen die technisierte Welt kombiniert mit der Message, dass früher ja doch irgendwie alles besser war, womit sich der Kreis zu bereits erwähnter romantisierter Welt wieder schließt. Irgendwie muss man unweigerlich doch über die Tatsache schmunzeln, dass sich die Künstlerin für ihren Protest gegen die technisierte Welt bewusst den Medien eben dieser Welt bedient, um ihre Aussagen zu verbreiten. Aber das sollte man wahrscheinlich nicht all zu eng sehen, denn unter dem Strich steht eine schöne Platte, die zum Träumen einlädt. Fazit: Mit „Smile… It Confuses People“ hat Sandy Thom ein wirklich feines Debütalbum am Start, auf dem Instrumente als zarte Untermalung für eine starke Stimme dienen, von der Thom’s Musik lebt. Fans von Künstlern wie Alanis Morissette, KT Turnstall, Joan Baez, Joni Mitchell und Co sollten hier ruhig mal ein Ohr riskieren. Abzüge gibt es lediglich für die etwas zu kurze Gesamtspielzeit, deswegen 9 punkige Blumenmädchen nach Schottland!
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Sandi Thom: Smile… It Confuses People
(RCA Int. / Sony BMG)
Autor: Katze / Wertung: 9.0 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine
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