Nach dem Erfolg der Single „Black And Gold“ gibt es nun das selbstbetitelte Debütalbum von Sam Sparro auch bei uns zu erwerben (in UK ist das Werk schon länger erhältlich). Erwartet wurde der Erstling des Australiers mit reichlich Spannung, da viele ihm den Sprung nach ganz oben in den Popolymp zutrauen. Enttäuschen dürfte das Album eigentlich nicht, denn es enthält nur Hits, Hits, Hits. Trotzdem darf man auf der anderen Seite nicht verschweigen, dass das alles wenig innovativ ist und ein Sammelbecken für Sounds, die es auch schon Ende der 70er und haufenweise in den 80ern gegeben hat. Die musikalischen Wurzeln kann Sam Sparro jedenfalls nicht verleugnen.
Schon der Albumeinstieg „Too Many Questions“ ist ein Groover, der jeden Tanzwütigen unter die Discokugel holt. „21s Century Life“ treibt es sogar noch mehr auf die Spitze – willkommen in der Welt des Disco-Funk. „Sick“ basiert auf ein paar Synthie-Beats, die es so auch schon zu Beginn des knallbunten Jahrzehnts gegeben hat. Trotz Hitpotenzials hat man aus dieser Richtung aber auch schon wesentlich Spannenderes gehört.
Sam Sparro scheint auch eine besondere Affinität zu Prince zu hegen und zu pflegen. Es kann jedenfalls fast schon kein Zufall mehr sein, dass er sich wie bei „Recycle It“ wie das kleine Popgenie anhört. „Cottonmouth“ und „Hot Mess“ erinnern sogar noch mehr an den Funkpapst. Alles großartig, alles toll arrangiert, es fehlt allerdings ein bisschen die Eigenständigkeit und der Widererkennungswert. Die eingängigen Ohrwurmmelodien und Hooks machen dies nur zum Teil wieder weg.
Dabei hat Sam Sparro auch stimmlich einiges zu bieten. Bei „Pocket“ ist der Gesang nicht mehr in diesen Höhen angelegt, sondern überzeugt mit einer tiefer angelegten Singstimme. Hier blitzt eine eigene Note von Sparro durch und zeigt, wo es zukünftig hingehen könnte. Er funkt und groovt sich auch durch „Cut Me Loose“ und „Sally“. „Can´t Stop This!“ beendet die Scheibe dann im achtziger Jahre Gewand.
Fazit: Das Album ist beileibe nicht schlecht, lässt nur etwas Eigenständigkeit vermissen und insgesamt ist schon noch etwas Luft nach oben. Hier hat Sam Sparro die 70er und 80er Jahre verarbeitet, vielleicht nimmt er sich für den Zweitling die 90er und 00er vor und wäre damit auch im Hier und Jetzt angekommen. Insgesamt muss man in der Zukunft aber mit Sam Sparro rechnen und es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn dieses junge Talent nicht Erfolg hätte – die stimmlichen und musikalischen Voraussetzungen sind jedenfalls gegeben.