Rumer’s Debütalbum „Seasons of My Soul“ wurde dereinst von Ex-Kollege Schlimm mit 9 Punkten und den Worten „…herrlich unspektakulär“ geadelt. Nun steht Album Nummer Zwei in den Startlöchern und nachdem ich das Teil nun bereits mehrfach habe durchlaufen lassen bleiben bei mir gerade mal mit gutem Willen versehene 7 Punkte und der Begriff „unspektakulär“ in der Schlussabrechnung zu „Boys Don’t Cry“ stehen.
Zwar hat die britische Singer/Songwriterin nicht alle ihre musikalischen Qualitäten verloren, die sie auf ihrem Erstwerk unter Beweis gestellt hat und selbstverständlich weiß sie auch auf ihrem aktuellen Werk durch eine brillante Gesangsstimme zu überzeugen. Allerdings hat sich die in Islamabad geborene Dame dieses Mal zu einhundert Prozent der Neuinterpretation leidlich bekannter bis ziemlich unbekannter Songs der 70er Jahre verschrieben und dabei mit traumwandlerischer Sicherheit überwiegend gähnend langweilige Titel ausgewählt. Mit vorliegendem Album beweist Rumer genau zwei Dinge, nämlich erstens, dass sie eine wunderbare Stimme hat, und zweitens, dass auch musikalische Größen wie Leon Russell, Isaac Hayes, Bob Marley , Todd Rundgren, Townes van Zandt, usw. bisweilen musikalische Ausfälle hatten.
Rumer ist gewiss ein großes Talent, von dem man in Zukunft mit großer Wahrscheinlichkeit noch die ein oder andere musikalische Großtat erwarten darf, aber dennoch muss konstatiert werden, dass „Boys Don’t Cry“ nicht der erwartete große Wurf ist. Sowas höre ich persönlich eigentlich nur gezwungenermaßen im Fahrstuhl oder Supermarkt, bzw. freiwillig abends im Bett, wenn ich mal nicht einschlafen kann. Ansonsten brauche ich ein Album wie dieses eher nicht. 7 Punkte!
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