Wenn eine Band schon so lange im Geschäft ist wie Rudimentary Peni muss sie keinem mehr etwas beweisen. Rudimentary Peni haben allerdings schon immer auf sämtliche Trends geschissen und ihr ganz eigenes Ding durchgezogen. Reich wird man dabei wohl kaum, aber das sollte ja auch nicht der Ansatz für Kunst sein. Dafür erspielte sich die Band eine gewachsene Fangemeinde und genießt heute Kultstatus. Nebenbei darf man hier durchaus von einer der Sperrspitzen der 77er Punkbewegung schlechthin sprechen.
Nach der „Archiac EP“ aus dem Jahre 2004 steht mit „No More Pain“ also die nächste Scheibe in den Startlöchern die Gehörgänge mal wieder auf Vordermann zu bringen. Zehn Songs bei einer Spielzeit von knapp 20 Minuten lassen doch auf einiges im Geschwindigkeitsbereich hoffen. Wer jetzt allerdings denkt, dass die Songs wild durchgeprügelt werden irrt gewaltig. Mit dem Anarchopunk der Anfangstage hat die Kiste hier allerdings auch nicht mehr viel gemein. Rudimentary Peni haben natürlich auch nichts mit dem ganzen Quatsch, der uns von findigen Plattenfirmenmenschen gerne als Punkrock verkauft wird, gemeinsam. Nein, die glatt gebügelte Soße für das Formatradio wird man hier ganz sicher nicht finden.
Die Band spielt trotzdem in einer ganz eigenen Liga. Wo andere Bands im eigenen Saft schmoren und im Stillstand verharren, beweisen Rudimentary Peni, dass sie sehr wohl die gesamte Bandbreite der Punkbewegung beherrschen – und zwar ohne auf Konventionen zu schielen. Dabei kommen dann auch Überraschungen wie „Annihilation“ zu Tage, die mit fast doomartiger Langsamkeit ganz neue Maßstäbe setzen. Auch wenn sie sich, wie bei „A Handful Of Dust“ durch den Song prügeln, vergessen sie nie die Melodik. Der Titeltrack selber klingt dann fast wie ein Midtempo-Smasher, ohne allerdings auf den nötigen Lärm zu verzichten. „Eyes Of The Dead“ dürfte mit seinen Mitgrölparts jede Party zum kochen bringen und selbst vor einem Klassiker aus der Feder von Johann Pachelbel schrecken sie nicht zurück („Pachelbel’s Canon In E“) Vielfalt nennt man so was – ohne auf die eigenen Wurzeln zu verzichten. Hinzu kommt (mal wieder) das bemerkenswerte Artwork, welches von Nick Blinco entworfen wurde.
Fazit: „No More Pain“ ist ein recht vielfältiges Punkrockalbum alter Prägung geworden. Rudimentary Peni legen eine beeindruckende Spielfreude an den Tag und ziehen ihr ganz eigenes Ding durch. Die Band spielt damit in einer ganz eigenen Liga – schön, dass es derartige Musik abseits ausgelatschter Pfade gibt! Bitte mehr davon!
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