Ruben Cossani dürfte den meisten Musikhörern ein völlig unbeschriebenes Blatt sein. Nein, hierbei handelt es sich nicht um ein Mitglied des Buena Vista Social Club und auch nicht um den nächsten großen Star der Latino-Szenerie. Ruben Cossani sind eine Band! Eine Hamburger-Band!! Eine ungewöhnliche Hamburger-Band!!! Konrad Wissmann, Leonard Valentin Lazar und Michel van Dyke veröffentlichen nun mit „Tägliche Landschaft“ ihr Debütalbum. Kennengelernt haben sich Michel und Konrad beim Fußball, später stieß dann Leonard Valentin Lazar hinzu. Michel van Dyke hatte da schon jede Menge Erfahrung im Musikgeschäft gesammelt und auch schon den ein oder anderen großen Erfolg verbucht. Wie? Sie kennen Michel van Dyke nicht? Doch, doch! „Du trägst keine Liebe in Dir“ von Echt dürfte so ziemlich jeder dritte in Deutschland schon mal gehört haben. Ebenso ist der gebürtige Holländer für die Kompositionen der Kinofilme „Anatomie“ und „Crazy“ verantwortlich. Und richtig, er hat schon das ein oder andere Jährchen auf dem Buckel und ist gut und gerne zwei Jahrzehnte älter als seine beiden Mitstreiter. Zwar tritt Dyke hier als Komponist, Texter und Produzent in einer Person auf, doch Instrumente und der Leadgesang wird von allen zu gleichen Teilen übernommen.
„Tägliche Landschaft“ ist im Grunde seines Herzens Pop. Zu großen Teilen sogar wunderschöner Pop. Mit deutschen Texten! Trotzdem gibt es hier auch jede Menge Elemente und Anleihen im Jazz, beim Chanson und auch der gute, alte Schlager muss genannt werden. Herausgekommen ist dabei eine Mischung irgendwo zwischen Roger Cicero, Purple Schulz, Münchener Freiheit und Blumfeld. Am stärksten sind Ruben Cossani immer dann, wenn sie mit viel Pathos und viel, viel Melancholie Songs wie „Haut“ (erinnert allerdings fast 1:1 an die bereits erwähnte Echt-Nummer) oder der grandiosen Single „Mitgefühl“ vortragen. Innovative, aufregende und feine Arrangements haben sie allerdings auch zu bieten wie bei „Drüberschlafen“, „Wir Wollten Einmal“ oder „Halbes Herz“. Sixties Flair durchzieht eine Nummer wie „Sinnloses Leiden“ oder „Ich kann mich nicht an dich erinnern“. Bezaubernd und umwerfend sind einfach diese ernsten und melancholischen Tracks, wie der Schlusssong „Ausgerechnet Annika“. Musikalisch ist das alles erste Sahne, auch stimmlich haben die drei Herren einiges zu bieten. Eventuell sind 15 Songs etwas zu viel des Guten und hier und da schrammen Ruben Cossani so gerade am Kitsch vorbei. Auf der anderen Seite nimmt man den drei Jungs gerade diese gefühlvollen und ernsten Texte ab und hat nie den Eindruck, dies könne alles nur als ganz großer Scherz gemeint sein.
Fazit: Unter dem Strich ergibt dies ein durchaus sehr gelungenes Debütalbum. Ruben Cossani sind somit ein neuer, viel versprechender Stern am deutschsprachigen Pophimmel und wer Blumfeld jetzt schon vermisst, sollte diese Band hier mal ganz vorsichtig antesten.
bester band ever!!
warum nur 8 von 12 punkten??!?
Comment by Myself! — February 29, 2008 @ 3:11 pm