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Rosenstolz: Die Suche geht weiter

(Island / Universal)

Autor: Katze / Wertung: 9.0 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Rosenstolz: Die Suche geht weiterMit „Das große Leben“ haben Rosenstolz im letzten Jahr ein Album vorgelegt, das man sicherlich als Meilenstein der bisherigen Geschichte des Duos bezeichnen darf und an dem sich alle künftigen Alben der Beiden messen lassen müssen. Mit „Die Suche geht weiter“ versucht man nun erstmals, die selbst sehr hoch gelegte Messlatte zu überspringen ohne die Höhe zu reißen.

So wirklich sauber gelingt dies in meinen Augen nicht, denn auch im zweiten und dritten Versuch (sprich Durchlauf im Player) schafft man zwar die Höhe, aber nicht ohne die Latte bedrohlich wackeln zu lassen. Um der Wahrheit zur Ehre zu gereichen, muss man natürlich neidlos anerkennen, dass sich auf dem aktuellen Longplayer eine Menge wirklich schönes Material befindet, das sich wieder einmal vor allem durch AnNa’s Stimme und Art zu singen zur vollen Schönheit entwickelt und auch Texte bietet, die wieder einmal hörenswert poetisch sind, aber mir fehlen irgendwo die ganz großen, Hitverdächtigen Momente, wie sie auf dem Vorgängeralbum in Serie vertreten waren. Es ist auch schwer auszumachen, warum ich beim Hören dieses Albums so empfinde, vielleicht weil das Songwriting dieses Mal deutlich ruhiger und weniger poppig als bisher ausgefallen ist. Wo früher mal die ein oder andere beschwingte oder gar freche Nummer die Stimmung aufgelockert hat, dominieren dieses Mal eher die balladesk-schwermütigen Töne (was möglicherweise u.a. eine Begründung in dem unerwarteten Tod der Mutter von Plate’s Lebensgefährten Ulf Sommer findet). Für das Hörgefühl bedeutet diese Betonung auf der Schwermut, dass man dieses Album wohl besser erst dann genießt, wenn man selber vom Gemüt her gefestigt ist, weil es einen ansonsten selber schnell in Melancholie oder gar Depression reißen kann.

Fazit: Wer gerne einmal in Schwermut und Melancholie badet und dafür musikalische Untermalung sucht, der ist mit „Die Suche geht weiter“ sicherlich gut versorgt. Wer allerdings auch gerne mal einen positiv poppigen Song zur Aufmunterung braucht, der sollte sich lieber mit älteren Werken von Rosenstolz versorgen. Trotzdem neidlos anerkannt ein schönes Album, dass sich lediglich mit der von Peter Plate gesungenen Nummer „Irgendwo dazwischen“ einen Ausreißer nach unten erlaubt (Peter ist in meinen Augen ein genialer Songwriter mit großem Gespür für tolle Melodien und Arrangements, aber ein nicht wirklich großartiger Sänger, sorry!). Trotz des Ausreißers mehr als solide 9 Punkte und die Hoffnung, dass sich neben traurigen Balladen auf dem nächsten Album wieder einmal der ein oder andere positiv-poppige Song befindet!

Homepage www.rosenstolz.de

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