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Ron Jeremy: Ein Mann und viertausend Frauen

(Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag)

Autor: schlimm / Wertung: 9 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Ron Jeremy  Ein Mann und viertausend Frauen Mal ehrlich, wer kennt ihn nicht? Er ist Ronald Jeremy Hyatt, auch besser bekannt als Ron Jeremy. Ron wer? Spätestens wenn man das Cover von „Ein Mann und viertausend Frauen“ genauer betrachtet wird es bei vielen klick machen. Natürlich wird jetzt keiner zugeben, dass man ihn wegen seines Hauptbetätigungsfeldes kennt. Ja, der Mann arbeitet genau in der Branche, die man ihm schon auf den ersten Blick ansieht. Ron Jeremy ist im Pornogeschäft tätig. Aber auch sonst hat man den Mann unter Garantie schon hier und dort gesehen. Über die Jahre entwickelte er sich zu einer Art Tausendsassa und trat in verschiedenen Talkshows auf, machte sich auch als Comedian einen Namen, spielte in Mainstreamfilmen wie „Ghostbusters“, „Studio 54“ oder „Detroit Rock City“ mit und machte sich auch im Musikbusiness einen Namen.

Mittlerweile hat  Ron Jeremy die 50 überschritten und geht mit strammen Schritten auf die 60 zu. Sein bisheriges Leben ist sicher ungewöhnlich verlaufen und es gibt eine Menge zu erzählen. Zeit also zurückzublicken. Dies geschieht nun mit der vorliegenden Biographie „Ein Mann und viertausend Frauen“. Geschrieben wurde das Werk von Ron Jeremy und Eric Spitznagel in leicht verständlichen Worten. Einen literarischen Höhenflug hat hier aber sicher auch keiner erwartet, oder? Der Thematik ist dies aber durchaus sehr zuträglich und so entwickelt sich für den Leser eine recht unterhaltsame Geschichte. Ja richtig gelesen, eine Geschichte, die auch sehr gut in einem fiktiven Roman „spielen“ könnte. Als Leser hat man nach einer Weile nicht mehr unbedingt das Gefühl eine Autobiographie zu studieren und dies ist ein absoluter Pluspunkt der 336 Seiten.

Sämtliche Erwartungen der potentiellen Leser werden (natürlich) erfüllt und so wird ganz sicher auch die voyeuristische Seite bedient. Sämtliche (Zeit-)Epochen von Ron Jeremy kommen hier zum Zuge. Der Mann nimmt einen so nicht nur mit auf seine Reise, sondern auch auf eine Reise durch die Jahrzehnte. Im Vordergrund steht dabei natürlich immer seine Arbeit und das entsprechende Umfeld, in welchem er sich bewegte. Die Anfänge kommen allerdings auch nicht zu kurz und so darf man auch an der Entwicklung von Kindesbeinen an teilhaben und den vorlauten Knirps in der Schule „erleben“. Auch seine ersten Gehversuchen in der Erwachsenenwelt und seine ersten sexuellen Kontakte werden anschaulich beschrieben.

An dem Buch hätte sicher auch jeder Psychologe seine helle Freude. Eigentlich war es immer der Traum von Ron Jeremy im Filmgeschäft Fuß zu fassen. Dieser Traum zieht sich immer wie ein roter Faden durch das gesamte Buch und so hat der Gute auch in späteren Jahren auch immer mal wieder versucht sich da zu etablieren. Natürlich kam es anders und als seine damalige Freundin ein Nacktfoto an die Playgirl schickte, war der Weg quasi vorgezeichnet. Auch wenn Ron Jeremy dies natürlich anders sieht und anders beschreibt hat man als Leser immer den Eindruck, dass er nie so richtig glücklich mit seinem Beruf war und eigentlich viel lieber in seriösen Filmen geglänzt hätte.

Bei der Lektüre von „Ein Mann und viertausend Frauen“ ist man immer wieder mittendrin in den skurrilsten und unglaublichsten Situation – jedenfalls als Normalsterblicher. Eindringlich beschreibt Ron Jeremy hier das Pornogeschäft, von den glorreichen Anfängen in den 70er bis zur Massenware im Hier und Jetzt. Ebenso lässt er einen an den vielen Absurditäten teilhaben. Anstrengend wird es nur dann, wenn er Sexualvokabular fast inflationär gebraucht. Aber auch sein Privatleben kommt nicht zu kurz und auch hier scheint sich zum Großteil immer alles um Sex zu drehen. Kein Swingerclub wurde ausgelassen, keine Party ohne mindestens einen sexuellen Kontakt, Gruppensex in rauen Mengen und und und. Zumeist ist das ganze recht anschaulich verpackt und sehr amüsant zu lesen.

Ebenso berichtet Ron Jeremy von jeder Menge Begegnungen mit prominenten Freunden, da ist von Sexparties bei Charlie Sheen bis hin zu Backstage bei Guns N´ Roses alles dabei. Eine größere Aufmerksamkeit widmet er auch seinem Freund Slash, den er übrigens mit seiner Ehefrau verkuppelt hat. Im Grunde war das bisherige Leben von Ron Jeremy immer eine grelle und bunte Party. Allerdings glorifiziert er das Pornogeschäft nicht, sondern gibt auch einige ernüchternde Details zum Besten. Tipps für den häuslichen Privatgebrauch gibt er aber auch bereitwillig preis.

Fazit: Ron Jeremy „Ein Mann und viertausend Frauen (Die Autobiographie des größten Pornostars aller Zeiten) ist eine sehr unterhaltsame Lektüre. Hier erhält man einen Einblick in eine Welt, die den meisten sicher unzugänglich bzw. völlig fremd sein dürfte. Der Leser ist so hautnah dabei, bei einem Blick hinter die Kulissen in dieses Milliardengeschäft Porno. Zudem darf man hier teilhaben an einem sicher nicht alltäglichen Leben. Zwischen den Zeilen kommt allerdings auch immer wieder die Tragik diese Lebens zum Vorschein, nein tauschen möchte man sicher nicht mit diesem Mann. Insgesamt ist das Buch sehr zu empfehlen und man bekommt sogar noch mehr geboten als es der pure Titel vermuten lässt. Und wer sich fragt, wie der Mann denn nun auf über 4.000 Frauen kommt, nun sein Mitwirken in 1.700 Pornofilmen dürfte eine deutliche Sprache sprechen, aber lesen sie selbst, es lohnt sich!

http://www.schwarzkopf-schwarzkopf.de

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