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Roger Cicero & Big Band: beziehungsweise LIVE

(Warner)

Autor: schlimm / Wertung: 8 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Der Eurovision Song Contest ist ja gerade erst wieder über die Bühne gegangen und Deutschland hat einen beachtlichen letzten Platz belegt. Jeder blamiert sich halt so gut er kann und wenn die Künstler dann noch so sagenhaft gute Interviews geben, wie kürzlich nach der Veranstaltung, dann kann man sich nur noch abwenden. Der Karriere hat das mitunter nicht besonders gut getan. Wie man es anders macht, hat Roger Cicero eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Zwar konnte auch er 2007 nur einen Platz auf den hinteren Rängen erobern, aber irgendwie hat der Mann alles richtig gemacht. National interessierte sich über Nacht eine stattliche Anzahl an Musikinteressierten für ihn.

Roger Cicero und seine Big Band machten in Deutschland den Swing wieder salonfähig. Da auch das Publikumsinteresse entsprechend groß wurde, fand man sich plötzlich nicht mehr in den miefigen kleinen Clubs wieder, sondern in den ganz großen Arenen der Republik. Am 13. Februar 2008 lud Cicero und seine Band zum Heimspiel im Berliner Tempodrom ein.

Dieses Ereignis liegt nun auch auf DVD vor. Die Produktion kann sich durchaus sehen lassen. Neben der mittlerweile üblichen LED-Wand gab es auch eine standesgemäße Showtreppe für Roger Cicero. Eingehüllt wurde die ganze Geschichte in ein perfektes Licht und die Bühne wird immer entsprechend ausgeleuchtet. Der Soundmix ist ebenfalls absolut gelungen und die Musiker sind aufgrund der heimischen und großen Kulisse natürlich bestens aufgelegt.

Die Big Band steht unter der Leitung von Lutz Krajenski und bereitet Roger Cicero einen phänomenal guten Klangteppich. Der Songreigen wird mit „Die Liste“ eröffnet. Im Bonusmaterial kann man hierzu im Übrigen auch ein lustiges Video bewundern. Höhepunkte des Konzertes sind meist die nachdenklichen und ruhigen Töne, wie z.B. bei „Wovon träumst du nachts“, welches ebenfalls auch als Clip vorliegt. Überraschendes wird auch geboten oder wer hätte sich bis dato eine Swingversion von „Männer“ vorstellen können? Der Text bleibt freilich unberührt und doch schafft es die Band, den Grönemeyer Hit in eine völlig andere Richtung zu lenken und zu einem eigenen Song zu machen. Seine Jazz-Wurzeln hat Cicero auch nicht vergessen und so darf man auch einer schönen Version von „Schöner war´s ohne“ lauschen. Zum großen Finale gibt es noch ein Medley aus verschiedenen Songs, wobei „So geil Berlin“ die Atmosphäre des Abends kongenial wiedergibt. Das Publikum frisst den Akteuren auf der Bühne aus den Händen, was aber bei der gebotenen Leistung kein Wunder ist, denn was z.B. Stefan Abel am Tenorsaxophon abliefert ist einfach nur wunderbar.

Neben den bereits erwähnten Videos gibt es im Bonusmaterial auch noch einen 8minütigen Backstagebericht, wo die Protagonisten von der Tour, dem Grand Prix und Plänen für die Zukunft berichten. Sicher ein nettes Zubrot – mehr aber auch nicht.

Fazit: Ob Roger Cicero auch in Zukunft noch ein größeres Publikum locken kann, bleibt abzuwarten und darf sicher auch bezweifelt werden. Für Fans und Anwesende im Berliner Tempodrom ist diese DVD aber auf jeden Fall eine lohnende Geschichte, denn von der filmischen Umsetzung und der Darbietung auf der Bühne ist das schon allerfeinste Unterhaltung!

www.rogercicero.de

 

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