Es ist inzwischen für Metaller schon ein richtiger Pflichttermin, dieses kleine aber feine Rock Hard Festival, das Pfingsten 2006 bereits in die vierte Runde ging. Und wen wundert es, dass auch dieses Jahr wieder viele Metalheads dem Ruf aus Dortmund folgten, denn die Herren vom Rock Hard sind dafür bekannt, dass sie gut organisierte Qualität und gute Stimmung garantieren können. Wie gewohnt wurde das Festival am Freitag Abend auf kleiner Bühne eröffnet, auf der sich dieses Mal die Schweden Engel, deren Musikstil sich am Ehesten als Schweden Death der Marke In Flames, Soilwork, Gardenian und Co beschreiben lässt, die lokale Speed-Thrash Formation Custard, die Dänenpower Mercenary und als Headliner die wieder erstarkte Schwedenlegende Morgana Lefay dem Volke präsentieren durfte. Zu diesem Freitagabend Gig hat es von unseren Redakteuren zeitlich nur der Herr Rath geschafft, der sich allerdings auch nur auf den Mercenary Gig konzentriert und zu eben jenem folgendes zu berichten hat: Am Freitag Abend gegen 22.00 Uhr starteten Mercenary ihren Gig im überfüllten Biergarten des Amphitheaters. Ein großes Problem bei der Musik von Mercenary ist immer der Sound, zumindest was die Vocals betrifft. Da beide Sänger überwiegend zur gleichen Zeit singen ist es häufig schwierig beide Sänger aufeinander richtig abzumischen. Auch an diesem Abend ging dies leider nicht Perfekt über die Bühne, obwohl die Instrumente ansonsten gut abgestimmt waren. Perfekt war allerdings das Stageacting und die Motivation der Band. Der Dänen-Sechser bot ein Death , Thrash und Power Metal-Gebräu in Reinkultur an, immer wieder versetzt mit Keyboardmelodien, welches bis zum Enden hin den Großteil der Zuhörerschaft mehr als ein positives Grinsen abgewinnen konnte. Ein würdiges Auftakt-Konzert mit einer leckeren Setlist: Redestruc(k) Dead, Firesoul, World Hate Center, Soul Decision, Loneliness, Simplicity Demand, 11 Dreams (RR) Der Samstag begann gewohnt früh mit Mystic Prophecy und Legion of the Damned, zu deren Performance sich aber von unserer Seite wenig sagen lässt, weil Kollege Rath wohl um diese frühe Stunde im Zelt selig vor sich hin schnorchelte und ich erst pünktlich zum Auftritt der wilden Iren namens Primordial auf dem Gelände aufschlugen. Diese Combo zählt zwar von Konserve nun nicht unbedingt zu meinen absoluten Lieblingen, aber live on Stage bieten die Herren um das Frontwiesel Alan Nemtheanga ganz großes Tennis. Dabei ließen sich die Herrschaften auch in keinster Weise von der frühen Stunde des Tages und den noch nicht ganz so zahlreich erschienen Metalheads irritieren und zogen routiniert aggressiv ihre extreme Pagan-Doom Schiene durch. Weiter ging es dann mit dem einzigen Metalcore Act des Wochenendes in Form der Essener Formation Caliban. Mit Metalcore kann ich persönlich zwar komplett nichts anfangen, aber zum Glück springt an dieser Stelle Kollege Rath für mich ein, der zum Quasi-Heimspiel der Combo das Folgende zu berichten weiß: Als einzige Metalcore Band des Billings hatten es Caliban wahrlich nicht leicht. Mit den Anfangs recht rar gesäten Zuschauern vor der Bühne taten mir die Jungs richtig leid. Das Bild änderte sich allerdings, als auch die eingefleischtesten Metal Fans gefallen an den harten und groovigen Riffs der Essener fanden. Nach den ersten Songs forderte Sänger Andy Dörner die Fans auf, einen würdigen Circle Pit zu starten. Selbige ließen sich nicht lange bitten, zelebrierten einen coolen 10-Meter-Durchmesser Pit und erinnerten dabei an die Großtaten Machine Head’s vor zwei Jahren. Die Songs der neuen Scheibe, mit weitaus mehr Hitpotenzial versehen, zündeten wie Rakete, sodass sich die Coreler mehr als achtbar aus der Affäre zogen. Zusammen mit Volbeat waren Caliban für mich die absoluten Gewinner des Festivals und wurden nur noch durch den späteren Auftritts BoltThrowers getoppt. (RR) Nach Caliban ging es dann mit der deutschen Power Metal Formation Brainstorm weiter, was schon wieder deutlich mehr auch meine Baustelle ist. Um so mehr als dass sich Andy B. Franck und seine Mannen mit ihrer Show von ihrer Schokoladenseite zeigten und kraftvoll Hit um Hit in die inzwischen recht groß gewordene Menge vor der Bühne schleuderte. Sicherlich sehr nett gemeint, aber der Stimmung unheimlich abträglich war die Unterbrechung durch einen jungen Herren, der seiner Liebsten unbedingt während des Brainstorm Sets einen Heiratsantrag machen wollte. Die Jungs von Brainstorm nahmen dies zwar relativ gelassen, schienen aber nicht wirklich glücklich über diese Unterbrechung, auch wenn sie sich anschließend doch wieder recht ordentlich in Stimmung spielen konnte und sich Herr Franck am Ende des Gigs noch todesmutig in die Fanscharen vor der Bühne stürzte. Ein alles in allem gelungener Auftritt, der den Herren hoffentlich zu steigender Popularität und dem damit verbundenen Erfolg verhelfen wird. Mit Nevermore, die bereits zum zweiten Male auf diesem Festival auftraten, ging es dann zünftig weiter - eine Band auf die ich mich ganz besonders im Vorfeld gefreut hatte, weswegen diese Show für mich das erste ganz große Highlight des Tages war. Zwar war die Sache vom Sound her mächtig durchwachsen, was die Freude insgesamt ein wenig eintrübte, aber Warrel Dane, Jeff Loomis und Co, die auf Gitarrist Steve Smyth wegen eines Nierenleidens leider verzichten mussten, ließen trotzdem nichts anbrennen und zogen routiniert ein Mörderset durch. Mit Songs wie „Born“, „River Dragon“, „Narcosynthesis“ etc. zündeten die Jungs eine Rakete nach der anderen und bekamen diese Leistung auch durch stürmischen Beifall des Publikums angemessen quittiert. Nach diesem Gig zog es mich erst einmal zum Bierstand, weswegen Kollege Rath für den Sodom Konzertbericht an dieser Stelle verantwortlich zeichnet, denn mir diente diese Show als angenehme musikalische Untermalung für nette Biergespräche. Die übliche Ware wurde bestellt und genauso abgeliefert, denn wo Sodom draufsteht ist Thrash Metal drin. Nach der starken neuen Scheibe rockten die Ruhrpottler was drei Bandmitglieder hergeben konnten, allerdings mehr zu älteren Songs wie ”Obsessed by cruelty”, “Ausgebombt” “Bombenhagel”, “Remember the fallen”, “Napalm in the morning”, “M-16" oder der Bandhymne “The saw is the law”. Leider fehlte DER Klassiker überhaupt, “Agent orange” im Repertoire, was die Zuschauer aber nicht weiter zu stören schien, denn die Jungs aussem Pott hatten in Gelsenkirchen so oder so ein Heimspiel. Die Show wurde für eine neue DVD gleich mitgefilmt und ein Schmankerl sei den zukünftigen Käufern schon mal gewiss. Bei der Sodom Show sprang ein Fan pullig nackt ins Publikum, ließ sich über die Köpfe hinweg tragen und hielt der Security beim Auffangen im Fotograben sein bestes Stück ins Gesicht. Einziges Manko der Sodom-Show, es fehlt effektiv, aber das schon seit Jahrzenten, der zweite Gitarrist. So kommen Sodom für meinen Geschmack immer zu punkig rüber. (RR) Im Anschluss an den Sodom Gig ging es spaßig weiter, denn nachdem Bobby und Bernemann erst einmal auf der Bühne blieben und Kühnemund, Albrecht und Stratmann dieselbe enterte, war klar, dass nun Fun Rock von Randalica auf dem Fahrplan stand. Mit „Tote auffe Tanzfläche“, „Nach uns die Sinflut“ und „Potent, willig und solo“ gab es drei Songs lang spaßigen Kult zu hören, der die Feierlaune fast aller Anwesenden noch einmal deutlich steigerte. ‚Ernster’ ging es danach mit Bolt Thrower zur Sache, einer Combo, für die Kollege Rath, der an dieser Stelle ein weiteres Mal übernimmt, durchaus ein stark ausgeprägtes Faible hat. Läßt man den wirklich guten Techno-Frickel-Death Metal der Franzosen Gojira einmal außer betracht, dann waren Bolt Thrower leider die einzige (urwüchsige) Death Metal Band des Festivals (jawohl, Kritik an die Organisatoren). Pünktlich zum Beginn der Umbaupause setzte Donnergrollen ein und es fing fast eine halbe Stunde lang an zu schütten. Eigentlich schade, denn das gut gefüllte Amphitheater leerte sich ob der Nässe in kürzester Zeit. Scheinbar wollte Petrus der Kriegsmaschinerie eine Strich durch die Rechnung machen. Aber nicht mit uns. Mit ein paar gen Himmel gereckten Stinkefingern sowie den ersten Tönen des Bolt Thrower Live-Intros, hörte es schlagartig auf zu regnen, und aus Donner und Blitz wurden Kanonenschlag und Geschützfeuer. Starteten die Engländer noch recht verhalten und im langsameren Tempo mit Songs wie “Mercenary”, so sorgten die auf ihre Plätze zurückgekehrten Zuschauer allerdings für einen Motivationsschub und somit für ein wahres Feuerwerk der Insulaner. Die Briten schossen Salven wie die ineinander übergehenden Oldies “World eater” und “Cenotaph” ebenso in die Meute wie “When cannons fade”, “No guts, no glory” oder “Warmaster”. Lediglich ein paar Songs aus der “The 4th crusade”-Ära fehlten dem geneigten Ohr und Karl Willets Stimme schien nach der ausgedehnten Europa-Tour ein wenig angegriffen. Höhepunkt und gleichzeitig die einzige Zugabe war ganz klar das mit einem V-Zeichen eingeläutete “For Victory”, bei der die Menge absolut ausrastete. Dieser Abend, vor über 5.000 Zuschauern, dürfte der erfolgreichste Gig in der Geschichte Bolt Thrower’s gewesen sein und damit eine verdiente Entschädigung für regelmäßig geile CD’s, ausgiebiges Touren, immer noch günstige Ticket- und Merchandise-Preise, aber vor allem für basisnahen Fankontakt. Danke und viel Erfolg Jungs. Nach den Briten sollten eigentlich die Schweizer Celtic Frost, wegen derer etliche Fans anscheinend überhaupt erst den Weg nach Gelsenkirchen gefunden hatten, den gelungenen Abschluss des Abends bilden. Daraus wurde aber leider nichts, denn Thomas Gabriel Fischer musste kurz zuvor wegen Nierenproblemen mit dem Notarztwagen in ein nahe gelegenes Gelsenkirchener Hospital abtransportiert werden, was ein sichtlich geknickter Martin Eric Ain mit seelischer Unterstützung durch Götz Kühnemund der wartenden Meute mitteilte. Zwar sprangen Nevermore, Soilwork, Brainstorm und Sodom dankenswerter Weise ein, um mit diversen Mini-Sets den Abend noch halbwegs zu retten, aber die Enttäuschung war vielen der Anwesenden doch recht deutlich anzusehen und der Platz leerte sich trotz des musikalischen Ersatzangebotes zusehends, weil es viele vorzogen, ihren Frust doch lieber auf dem Campingplatz oder in der Party-Area weg zu feiern. Der Sonntag wurde von der Girlrock Band Crucified Barbaras, die ich auf Grund eines starken Albums wirklich gerne gesehen hätte, für mich aber viel zu früh am Start waren eröffnet, bevor dann die Dänen Volbeat und im Anschluss die Franzosen Gojira, von mir ebenfalls ungesehen und ungehört, die Bühne betraten. Wenigstens war Kollege Rath schon einigermaßen fit, um hier wenigstens über den Volbeat Gig Zeugnis abzulegen. Volbeat waren für mich neben Caliban die größte Überraschung der drei Festival-Tage. Außer einer CD und einem großartigen Review eines gewissen Herrn Frank Albrecht kannte die Jungs aus Dänemark kaum einer. Doch schon nach dem zweiten Song war klar, Sieg auf ganzer Linie. Zuerst einmal war da der Sound, glasklar, fett und voll auffe Omme. Dann die Stimme von Sänger Michael Poulsen, einfach göttlich. Eine Fusion aus Elvis und Keith Caputo nebst entsprechender Gelmatte und Tolle. Und dann die Musik an sich. Ein lustiger Reigen voller Rock’n Roll-, Metal- und Punk-Rock-Attitüde als eine Mischung aus Life Of Agony, Misfits und Metallica. Frisch, unverbraucht und Megageil!!! Zwischendurch, als wäre es nichts, ein “Angelof death”-Einschub und weiter gehts mit eigenen Songs bzw. der großartigen Coverversion “I only wanna be with you”. Die Band strotze vor Spielfreude und genoß sichtlich den von Song zu Song ansteigenden Applauspegel; bedankte sich redewendend dafür mit Songs wie ”Caroline leaving”, “Pool of booze, booze, booza”, “Danny & Lucy (11 pm)”, “Caroline #1” oder meinem Favorit in bester Elvis-Manier “Soulweeper”, welche auf ganzer Linie überzeugen konnten. Und die Zuschauer? Die hatten mächtig Spaß an der Mucke ehemaliger Dominus-Mitglieder und so wurden aus Fremden Freunde. Ganz klar Daumen hoch für die Band mit dem ungewöhnlichsten Bandnamen. Merkt Euch diesen Namen: VOLBEAT. (RR) Pünktlich zu Beyond Fear schlug ich nämlich erst am Festivalgelände auf und konnte mich somit gleich an einer starken Show der neuen Band um Tim Owens erfreuen. Die Jungs machten ja gerade kurz vorher erst durch ein saustarkes Debütalbum, dass die Fahne des traditionellen Metals ja ziemlich hoch hält, auf sich aufmerksam und spielten ohne große Allüren und voll auf die Zwölf ein feines Set aus eben jenen Songs ihres Debüts. Natürlich durften auch dezente Hinweise an die sonstigen musikalischen Stationen des Rippers nicht fehlen, weswegen man sich natürlich auch unter anderem an den Judas Priest Songs „Burn in Hell“ und „Bloodstained“ sowie der Iced Earth Nummer „The Red Baron“ erfreuen durfte. Unterm Strich ein wirklich amtlicher Gig, der kräftig die Werbetrommel für den sympathischen Sänger mit der starken Stimme gerührt haben dürfte und der auch zeigen sollte, dass Owens auch ohne Querverweisen zu seinen bekannteren Stationen in der Lage ist, sich einen eigenen Namen zu machen. Definitiv ein Highlight des Wochenendes. Richtig großartig ging es dann mit Evergrey in die nächste Runde, die sich von der ersten Note an der treuen Ergebenheit ihrer Fans, die jeden Refrain frenetisch mitsangen, gewiss sein konnten. Die Schweden spulten mit Songs wie „Blinded“, „I’m Sorry“, dem brandneuen „Monday Morning Apocalypse“ und Co ein erstklassiges Set runter, dass die Anwesenden ordentlich gekickt haben dürfte. Leider war die Spielzeit dieser wirklich göttlichen Formation arg limitiert, so dass die Mannschaft für mein persönliches Empfinden leider viel zu schnell wieder von der Bühne musste, um den Platz für die nächste Band zu räumen. Ihre Fanbasis dürften Evergrey mit dieser Darbietung an diesem Tag aber definitiv wieder erweitert haben. Zu gönnen wäre ihnen dies zumindest. Als sähen voll bemalte Humppa-Metal Finnen alleine nicht schon lustig genug aus wurden die Jungs von Finntroll von Bruder Cle ausgerechnet in einem überdimensional flauschigen Hasenkostüm angesagt. Fast hätte besagter Bruder den Finnen auch noch mit seinem Strip aus der Hasenhaut die Show gestohlen, aber eben auch nur fast, denn die Jungs verstehen es natürlich, ein richtig volles Brett zu fahren, was sie dann auch gleich unter Beweis stellten. Song um Song prügelten sie in feistem Sound ins Publikum was vor allem die Crowdsurfer, die im letzten Jahr für mein Empfinden zahlreicher und aktiver gewesen waren, aus ihren Verstecken lockte und für reichlich Arbeit bei den netten Herren im Bühnengraben sorgte. Mit einer derart aufgeputschten Menge vor der Bühne gestaltete sich der Auftritt von Soilwork direkt im Anschluss an Finntroll zu einem Elfmeter ohne Torwart, denn wirklich viel mussten die Herren nicht mehr tun, um die gute Stimmung zu konservieren. Diese Einladung zum Müßiggang lehnten die Herren um Frontmann Björn Strid allerdings dankend ab und langten nach dem Kurzauftritt vom Vorabend auch mit ihrem regulären Set voll zu. Da dürften im dankbar pogenden Moshpit nur wenige spezielle musikalische Wünsche unerfüllt geblieben sein, denn die Schweden zockten einen wirklich fein ausgesuchten Querschnitt durch ihr bisheriges Schaffen und konnten so auf der ganzen Linie überzeugen. Danach ging es erst einmal wieder ruhiger aber keineswegs langweiliger zur Sache, denn mit Fates Warning betrat – zumindest für mich – eine der größten Bands der Metalgeschichte die Bretter der Gelsenkirchener Kanalbühne. Es war eine wahre Wonne, was Ray Alder, Jim Matheos und Co da boten, nicht alleine von den für diesen Gig ausgewählten Stücken her, sondern vor allem von der Art her, wie diese dargeboten wurden. Das Jim Matheos an der Gitarre ein ganz Großer ist, hat er wieder mal deutlich klar gestellt, aber vor allem aufgefallen ist neben der charismatischen Stimme Ray Alder’s vor allem Joey Vera, der mit seinem Bassspiel wirklich permanent Arsch trat. Nachdem Nummern aus dem eigenen Repertoire wie „One“, „The Eleventh Hour“, „Point of View“ et. Eine nach der anderen gezündet hatten, setzten die Amis noch einmal einen drauf und legten eine Mörderversion des Scorpions Klassiker „He’s a Woman, She’s a Man“ aufs Parkett. Nach dieser Show blieb eigentlich nur noch der Gedanke, dass es die Jungs ruhig mal öfter zu Konzerten in unsere Gefilde schaffen könnten, denn so was ist Musikgenuss pur. Noch volltrunken von der Genialität von Fates Warning vermochte mich der sich anschließende Auftritt von Edguy nicht so wirklich vor der Bühne festhalten, weswegen ich mich erst einmal wieder an einen Bierstand trollte und mir die Jungs nur aus der Ferne gönnte. Aber auch aus der Ferne ließ sich feststellen, dass die Herren um Frontkehlchen Tobias Sammet sowohl musikalisch als auch von der Performance auf der Bühne einen Gig abspulten, der es in sich hatte. Mit den guten Kritiken zum aktuellen Album „Rocket Ride“ im Kreuz spielten die Jungs für ihre Fans mit breiter Brust zum Tanze auf und verwandelten den Moshpit innerhalb kürzester Zeit in eine riesige Party-Area. Ich war ja im Vorfeld ehrlich gesagt ein wenig skeptisch ob der exponierten Position der Hessen als Co-Headliner, aber inzwischen muss ich mein Haupt in Demut beugen und Edguy attestieren, dass man nur schwerlich einen würdigeren Co-Headliner für den Sonntag Abend hätte finden können. Thumbs Up! Für den großartigen Abschluss eines ebenso großartigen Festivals sorgte dann ab ca. Viertel nach Elf der Altmeister des Rock mit der Gigantorstimme Ronnie James Dio. Dass der gute Herr mal ganz locker deutlich die 60 überschritten hat, merkt man dem kleinen Mann komplett nicht an. Im Gegenteil von seiner Stimme und seiner Performance kann sich so manch junger Hüpfer noch mehr als eine Schnitte abschneiden, was wohl auch gut 99,9% der Anwesenden gemerkt haben dürften und die lebende Legende entsprechend frenetisch abgefeiert haben. Die Auswahl des musikalisch Dargebotenen tat dann ein übriges, um die Stimmung an diesem Abend überschwappen zu lassen, denn welcher eingefleischte Metalhead kann sich der Magie von Songs wie „All the Fools Sailed Away“, „I“, „Sunset Superman“, „Rainbow in the Dark“, „Long Live Rock’n’Roll“, „Heaven and Hell“ und erst recht nicht „Holy Diver“ entziehen. Kein Wunder, dass dabei die knapp 90 Minuten Spielzeit wie im Fluge vergingen und man sich vielleicht doch noch 2-3 Songs mehr von Dio gewünscht hat. So ging dann auch das Rock Hard Festival 2006 und das Fazit muss kurz und knapp lauten: Habt ihr gut gemacht, ihr Rock Hardler! Danke und bis zum nächsten Jahr.. ROCK!
Events > Musik
Rock Hard Festival 2006, 02.-04.06.2006, Amphitheater, Gelsenkirchen
Autor: Katze / Kommentare: Bisher keine
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