Manchmal muss man alte Zöpfe abschneiden, um Neues zu schaffen. So in etwa dache wohl auch die Schwedin Robyn, als sie sich aus ihren alten Knebelverträgen herauskaufte, um ihre Musik künftig nur noch über ihr eigenes, extra gegründetes Label Konichiwa Records zu veröffentlichen.
Dieser Schritt war sicher nicht der Schlechteste, wie man jetzt auf ihrem aktuellen, schlicht selbstbetitelten neuen Longplayer hören kann. Frische Popsounds mit einer ganzen Menge Elektro und gelegentlichen R’n’Bs - Einlagen und HipHop Styles schaffen eine Atmosphäre, deren Faszination man sich nur schwerlich entziehen kann. Insgesamt schwingt in allen Titeln ein Late - 80ies - Feeling mit, das hier aber keinesfalls angestaubt und antiquiert wirkt, sondern dem Ganzen eine sehr individuelle und spannende Note gibt, allemal wenn man – wie ich – mit der Mucke der Achtziger groß geworden ist. Ihre Stärken hat Robyn vor allem im kreieren von eingängigen, zuckersüßen Gesangslinien, ein Gespür für Melodien, das ihre schwedischen Wurzeln mit großer Pop-Tradition durchblicken lässt. Als Anspieltipps für Interessierte würde ich an dieser Stelle vor allem „Konichiwa Bitches“, "Be Mine!" und "Eclipse" empfehlen, die sicherlich einen guten ersten Eindruck des Albums vermitteln können.
Fazit: Wer sich gerne mal eine gute Pop-Platte auflegt, sich aber vielleicht in letzter Zeit am allseits präsenten Einheitsbrei in dem Bereich leicht überfressen hat, der sollte bei Robyn ruhig mal ein Ohr riskieren und das gleichnamige Album einer ausgiebigen Probefahrt unterziehen. 9½ Punkte!
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