Robin Thicke kennen viele ohne es zu wissen. In „Wunderbare Jahre“ oder „Unser Lautes Heim“ versuchte er sich schon in jungen Jahren an der Schauspielerei. Auch dürfte so ziemlich jeder Mainstreamhörer ein Album mit seiner Beteiligung im Schrank stehen haben. Bevor er unter eigenem Namen seine Songs veröffentlichte, war er nämlich als Zuarbeiter und Songschreiber für Künstler wie Usher, Pink, Christina Aguilera oder Mary J. Blige tätig. Im Jahre 2002 war es dann endlich soweit und er veröffentlichte unter eigenem Namen seine Songs. Selbstverständlich machte er auch immer mal wieder durch Zusammenarbeiten mit anderen Künstlern von sich reden. Mit 50 Cent arbeitete er ebenso wie mit Will Smith oder Busta Rhymes. Mit „Something Else“ kommt nun also ein neues Album raus – sein drittes unter eigenem Namen.
Robin Thicke ist mit einer Falsettstimme gesegnet, die man entweder mag oder nicht. Der Albumopener „You´re My Baby“ steht fast exemplarisch dafür. Ich für meinen Teil bin ziemlich schnell von der Nummer genervt, da sie auch musikalisch nicht sonderlich spannend ist. Freunde des Soul oder besser des Neo-Soul sollte dies freilich gefallen. Auch „Sidestep“ ist nur unwesentlich besser, auch wenn der Track mit mehr Druck aus den Boxen kommt.
Und dann kommt er – der Übersong. Die Single „Magic“ dürfte mittlerweile auch vielen Leuten bekannt sein. Im Radio kommt man doch öfters mal in den Genuss der Nummer. Erinnert bisweilen sogar an Curtis Mayfield und die gute alte Zeit des Blaxplotation-Kinos der 70er. Schon alleine dafür hat „Something Else“ seine Berechtigung verdient. Was folgt kommt alles recht gefällig aus den Boxen. Sobald Thicke entdeckt, dass abseits von Falsett auch noch andere Arten des Gesangs möglich sind, haben die Songs direkt eine ganze Schüppe an eigener Identität zu bieten.
Mit „Hard In My Love“ hat Thicke sogar einen echten Rocker im Gepäck. Curtis Mayfield trifft hier auf Jimi Hendrix und diese Mischung ist recht geglückt, inklusive passendem Gitarrenriff. Spannend und aufregend – so kann Soul also auch klingen. Schade, dass Thicke nicht öfters den Mut hatte, neue Wege einzuschlagen und so gibt es mit dem anschließenden „The Sweetest Love“ wieder schönster Schmalz in Stevie Wonder-Manier. Alles toll arrangiert und musikalisch umgesetzt und ein bisschen Schmalz kann ja manchmal nicht schaden! Trotzdem, mehr Tracks abseits der üblichen Pfade hätten dem Album nicht geschadet. Das funkige „Something Else“ oder die groovige Nummer „Shadow Of Doubt“ zeigen teilweise, dass Thicke durchaus interessante Ansätze zu bieten hat. Den Rausschmeißer „Tie My Hands“ mit Lil Wayne kennt man mittlerweile ja auch. Lil Wayne ist hier das sprichwörtliche Salz in der Suppe und so vermag das Album mit einem Ausrufezeichen zu enden.
Fazit. Robin Thicke hat auf „Something Else“ einige wirklich starke Nummern untergebracht. Leider gibt es allerdings auch Songs, die über die übliche Soße des (Neo-)Soul nicht hinauskommen. Unter dem Strich ergibt dies ein solides Werk, welches allerdings mit etwas mehr Wagnis der ganz große Wurf hätte werden können. Schade! Wer die bisherigen beiden Album von Robin Thicke mag, kann hier allerdings auch wieder bedenkenlos zugreifen!