Rilo Kiley verzauberten mit ihrem letzten Album „More Adventurous“ regelrecht das Indielager und machten die Welt sogar ein kleines Stückchen besser, jedenfalls für den Augenblick der Platte. Geschlagene drei Jahre ist dies nun her, gespannt und gebannt warteten nicht gerade wenig Leute auf ein Lebenszeichen der Band und ein Nachfolgealbum. Die Zeit des Wartens hat nun endlich ein Ende. Rilo Kiley melden sich nun mit elf Songs zurück und es ist nichts mehr wie bisher…
Wo sind sie hin, die bezaubernden Momente? Wo ist sie hin die Verschrobenheit? Hat dies überhaupt noch was mit dem bekannten Saddle-Creek Sound zu tun? Ist das überhaupt noch Indie? Wo sind die Gitarren und wird Rilo Kiley demnächst zwischen Kylie Minouge und Madonna im Formatradio laufen? Fragen über Fragen wirft „Under The Blacklight“ auf. Manche kann man direkt mit einem einfachen Ja beantworten, andere Antworten wird man vielleicht nie finden. Ein Ja muss aber nicht gleich negativ behaftet sein.
Ich gebe zu, ich war bei den ersten Durchläufen von „Under The Blacklight“ stark enttäuscht. Nein, das sind nun wirklich nicht mehr die Rilo Kiley die man so sehr in sein Herz geschlossen hat, dass man sie nie mehr rauslassen möchte. Sie drängen sich aber nun mit aller Macht hervor und wollen es sich ab sofort an einem anderen Platz gemütlich machen. Vielleicht in den Beinen? Eine völlig neue Seite von Rilo Kiley. Ja, hier gibt es eine Menge zu entdecken und zu staunen.
„Silver Lining“ setzt sich sofort mit einer lieblichen Melodie im Ohr fest. Ein sehr schöner Albumeinstieg, der an die ebenfalls bezaubernde Aimee Mann erinnert. „Close Call“ ist da schon eher unerwartet und bedient sich schon wesentlich mehr beim Pop. Auch „The Moneymaker“ schlägt ins selbe Horn, ist aber noch eine Spur lässiger geraten. Auch dieser Track hat eine Melodie für den berühmten Ohrwurm parat. Hier muss man sich erstmal einhören, dann kommt das Stück doch recht gefällig daher. „Breakin´Up“ würde sich auch gut auf einer Scheibe von The Corrs machen – wem es gefällt, bitteschön. Netter Radiopop, den man in dieser Form sicher nicht braucht. „Under The Blacklight“ selber weiß da schon mehr zu gefallen, auch wenn der Track auch in den selben Gefilden anzusiedeln ist wie der zuvor. Aber eine nette Melodie muss ja nicht gleich was Schlechtes sein, diese hier macht jedenfalls Laune. „Dreamworld“ ist die stärkste Nummer der gesamten Scheibe. Großartiges Girarrenthema, clubartige Atmosphäre und ein schönes, fast gehauchtes Duett machen den Song zu was ganz Besonderem.
„Dejalo“ ist vielleicht nett gemeint, nervt bisweilen aber auch etwas mit seinen Latinopopeinflüssen. „15“ kommt entspannt und reggaeartig aus den Boxen gekrochen – Sommer im Winter! „Smoke Detector“ macht Spaß, bevor es mit „The Angels Hung Around“ richtiggehend folkig wird. Hier blitzen sicher am ehesten die „alten“ Rilo Kiley durch, schön, dass sie nicht ganz verschwunden sind. „Give A Little Love“ beendet die Platte danach fast ein bisschen melancholisch und wehmütig, gibt dem Zuhörer aber auch mit dem positiven Refrain ein großes Stück Hoffnung mit auf den Weg. Starker Abgang!
Fazit: An den neuen Kurs von Rilo Kiley muss man sich erst gewöhnen. Ist aber auch schön, dass eine Band noch zu überraschen weiß! Trotzdem wäre es schön gewesen, wenn sich die Band ein kleines bisschen ihrer Verschrobenheit behalten und sich weniger an Popstandards orientiert hätte. Der Erfolg bei einem großen Massenpublikum könnte sich so jedenfalls schon einstellen, da die Ecken und Kanten für das Radio weg geschliffen wurden. Trotzdem haben Rilo Kiley schon aufgrund der Stimme von Jenny Lewis eine Ausnahmestellung. Und auch der Fan wird hier wieder jede Menge schöne Momente entdecken können, man muss halt nur mehr suchen, aber das macht es ja auch interessant und spannend.
Einen Albumplayer gibt es hier: http://www.prelistenings.de/rilo-kiley/
hey : ) ich bräuchte dringend hilfe ! mir und meinen freunden gefällt das lied “SILVER LINING” von Rilo Kiley so gut , das wir es gerne mit der gitarre nachspielen würde, kann mir jemand sagen wo ich die noten herbekomme ? vielen dank schon im voraus !
Comment by Lina Heim — April 29, 2008 @ 5:40 pm