Mit „20 Jahre Rider’s Cafe – Die Dokumentation“ schlug in meinem Briefkasten vor kurzem ein Bildträger auf, der für unser Magazin zwar eher ungewöhnlich anmutenden mag, aber dennoch äußerst interessantes und in meinen Augen sehenswertes Material bietet.
In gut 90 Minuten präsentiert sich hier mit einer ganzen Menge kurzweiligen Informationen, schönen Bildern und vor allem unglaublich sympathischen Interviews mit Betreibern, Künstlern und Gästen ein Stück Lübecker Musik Geschichte, wie die Macher der Dokumentation nicht ganz ohne Stolz im Infotext der DVD vermerkt haben. Ursprünglich von Kai-Uwe Meyer als Motorrad Werkstatt und Ersatzteilhandel gegründet, wurde das Rider’s nach der Schließung der benachbarten Gummifabrik durch eine Bar und Veranstaltungshalle erweitert. Die Idee dahinter war es, unter der Woche in der Veranstaltungshalle in gemütlicher Kneipenatmosphäre Motorräder zu verkaufen und die Location am Wochenende für Konzerte und Parties zu verwenden, dabei versuchte sich Meyer ganz nach dem Vorbild von Alfred Biolek und dessen Sendung "Bio’s Bahnhof" nicht auf eine bestimmte Musikrichtung zu fixieren, sondern stets offen für alle Stile zu bleiben. Die Koexistenz der beiden Geschäftzweige hat Meyer in den Anfangstagen sicherlich einiges an Schlafdefiziten beschert, konnte sich aber bis zum heutigen Tage allen Widrigkeiten zum Trotze so durchsetzen und bestehen bleiben. Klar, dass in den 20 Jahren des Bestehens einige Höhen und Tiefen durchlebt wurden und sich auch einige nette Anekdötchen angesammelt haben, die es wert sind, für die Nachwelt konserviert zu werden. Und genau das macht diese DVD, wobei der Charme dieser filmischen Historie sicherlich vor allem in der ungeschminkten Direktkeit liegt, in der die Höhen aber auch die Tiefen der Clubgeschichte beleuchtet werden. Nicht unerwähnt bleiben darf, dass dieses Werk nicht nur im dargebotenen Material sondern auch bei der feinen Digibook Verpackung erkennen lässt, dass die Macher hier mit Herzblut an der Produktion zu Gange gewesen sind.
Fazit: Auch wenn man – so wie ich – keinen direkten, persönlichen Bezug zum Rider’s Cafe hat, bietet die Dokumentation der ersten 20 Jahre filmischen Kurzweil. Dabei bekommt man nicht nur interessante Einblicke in die Geschichte des Clubs, sondern hält mit dieser DVD auch zwanzig Jahre Lebensgefühl im dokumentierten Wandel in Händen. Gäste und Freunde des Rider’s Cafe dürften ihren Club sicherlich ohnehin durch den Kauf dieser DVD unterstützen wollen, aber auch wer einfach mal erfahren möchte, was alles in einem kleinen Szeneclub so abgeht, der darf sich gerne zum Zielpublikum dieser Veröffentlichung zählen. Bezugsinformationen gibt es auf der Homepage des Rider’s Cafe. Ohne Punktwertung, aber definitiv Tipp außer Konkurrenz!
Homepage Rider’s Cafe