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Reto Burrell: Go
(Echo Park Music/SDS – Alive)


Autor: schlimm / Wertung: 8 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Der Schweizer Singer/Songwriter Reto Burrell hat amerikanische Wurzeln und das hört man seiner Musik mit jedem Ton an. Egal ob als Solokünstler, Produzent oder im Schoße einer Band, der Mann hat sich mit Leib und Seele der Musik verschrieben, die noch auf Ursprünglichkeit und authentische Grundfesten setzt. Jammern ist auch nicht sein Ding. Bevor er den Niedergang der Musikindustrie beklagt, gründet er lieber sein eigenes Label. Gut so!

„Go“ nennt sich das neue Soloalbum von Reto Burrell. Der Titel ist allerdings nicht als Programm zu verstehen, denn wer die Wärme, die von den zwölf Songs ausgeht, einmal gespürt hat, der wird sicher für immer bei der Stange bleiben. Die Atmosphäre, die dieses Werk als Einheit durchweht, findet man in der heutigen Musiklandschaft nur noch ganz selten vor. Weit entfernt von der klinischen Künstlichkeit der heutigen Zeit ist Reto Burrell ein kleines, aber feines Album gelungen. Das Rad der Musik wird hier sicher nicht neu erfunden. Im Grunde seines Herzens atmet „Go“ den Staub der amerikanischen Straße ein und aus.

Referenzen blinzeln hier an allen Ecken den Hörer an. Das geht schon mit „This Is It“ los, welches stark an Tom Petty und „Mary Jane´s Last Dance“ erinnert. Auch “Suitcase” könnte von Petty sein. Trotzdem klingt das alles nicht abgekupfert, sondern wie eine liebevolle Hommage an alte Helden. Folk, Blues, Country, Rock und Americana stellen die musikalische Ausrichtung dar. Und selbst ein unspektakuläres Stück wie „Some Days“ kommt derart entspannt daher, dass es einfach eine Freude ist. Reto Burrell schafft es zudem noch eine Ballade wie „Comming Home“ frei von jeglichem Kitsch zu halten. Das hat ja selbst ein Springsteen auf seinem letzten Album nicht hinbekommen.

Burrell lässt sogar hin und wieder seine Punkvergangenheit durchblicken. „Uninvited Honesty“ deutet dies schon an, entwickelt sich aber zum schmissigen Rocker. Spätestens beim finalen Abgesang gibt es dann aber kein Halten mehr und „Not As Cool As L.A.“ wird schön dreckig rausgerotzt. Schönes Ausrufezeichen zum Schluss!

Fazit: „Go“ wird keinen Innovationspreis erhalten. „Go“ wird auch die musikalische Welt nicht in den Grundfesten erschüttern und trotzdem ist dies ein Album, welches von vorne bis hinten ein musikalisches Fest darstellt. Reto Burrell besinnt sich auf die Ursprünglichkeit der Musik ohne viel Schnickschnack. Was sich spielerisch anhört ist zudem noch auf sehr gutes Songwriting zurückzuführen. Die Liveatmosphäre trägt da noch zusätzlich zum guten Gelingen und Gesamteindruck bei. Reto Burrell hat somit fast ein exotisches Album aufgenommen.

http://www.burrell.ch

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