Bei dem Namen Raskolnikow klingelt es sicher bei dem ein oder anderen. Da war doch mal was? Ganz Genau! Nur eine musikalische Verbindung ist nicht direkt herzustellen, zur Literatur allerdings schon. Dostojewskis Roman „Schuld und Sühne“ sollte ja einer größeren Leserschaft bekannt sein. Nun erklärt sich auch der Bandname, die Hauptfigur des Romans, Rodion Raskolnikow, stand dafür Pate. Gegründet hat sich der Vierer im Jahre 2002 in der Küche. Keine schlechten Voraussetzungen, zumindest wären sie nicht die erste Gruppe, die sich an diesem Ort gefunden und dann eine erfolgreiche Karriere gestartet hat – man denke da nur an U2, aber das ist eine andere musikalische Baustelle und ein anderes Kapitel der Musikgeschichte.
Erste musikalische Aufmerksamkeit möchten Raskolnikow nun mit ihrer EP „No Skills“ erregen und so sicher auch den Fokus des ein oder anderen Labels auf sich lenken. Einstweilen nehmen die Jungs so die Promotion erstmal selber in die Hand. 5 Songs verteilt auf 19 Minuten Spielzeit bekommt der geneigte Hörer hier um die Ohren gehauen. Kernstück dürfte dabei sicher der erste Track „Tower“ sein. Also wenn man es nicht besser wüsste, dann könnte das Stück glatt für eine Alice In Chains Nummer durchgehen inkl. Gesang von Francesco Di Tacchio und dies ist durchaus positiv gemeint. Auch Andreas Marr an der Gitarre, Christoph Rössel hinter der Schießbude und Johannes Jeckel am Bass wissen zu überzeugen. Etwas funkiger und grooviger geht es danach mit „Overload“ weiter. Die Gitarre kommt hierbei natürlich auch nicht zu kurz. Ruhigere Töne weiß die Band auch anzuschlagen. „Sun Revolver“ plätschert allerdings auch ein bisschen so vor sich hin, der kraft- und druckvolle Refrain macht das allerdings wieder wett. Mit „No Skills“ beweisen die Vier dann, dass sie diese Spielart auch besser beherrschen, bevor es dann richtig losrockt. Auch hier hat man schon die ein oder andere Assoziation zu Helder der 90er. Den rockigen Rausschmeißer gibt es dann mit „Thomas“.
Fazit: Das rockt und das fetzt, auch wenn es mal ruhige Töne gibt, so ist der Kern doch Rockmusik. Die Band beschreibt ihren Sound selber als „Feurigen Rock im 70´s Sound mit psychedelisch verspielten Gesangsparts, gefolgt von harten Rockriffs und ergreifenden Refrains“. Die Selbsteinschätzung ist schon recht treffend – ohne Selbstüberschätzung. Allerdings würden Raskolnikow auch als astreine Band der 90er mit Einschlag Soundgarden und Alice In Chains durchgehen. Die Produktion zieht einem zwar jetzt nicht die Schuhe aus, aber an den Instrumenten sind schön Könner und Musiker am Werk. Ebenso ist der Gesang sehr charismatisch und hat sicher einen hohen Widererkennungswert. Doch, die Jungs können was. Einstweilen Daumen hoch für „No Skills“. Bleibt zu hoffen, dass das Talent auch von einer Plattenfirma erkannt wird, ich drücke die Daumen!