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Raising Fear

Autor: MH / Kommentare: Bisher keine

Bild von Raising FearDie Italiener von Raising Fear bringen mit ihrem Debüt „Mythos“ den größten Sagengestalten (bzw. sagenhaften Gestalten) aller Zeiten ein Ständchen. Ob Merlin, Montezuma oder Thor erfreut sind, war leider nicht zu erfahren. Auf jeden Fall heben sich die Herren mit kraftvollem Teutonengeriffe von ihren Landsleuten Rhapsody ab. Gitarrist Yorick gibt Auskunft. Sound Base: Raising Fear sind eine Newcomerband, also wäre es nicht schlecht, wenn du den Lesern erstmal ein bisschen was über euch erzählst. Yorick: Der zweite Gitarrist Alberto und ich begegneten uns im Jahr 2000. Ich kam gerade aus den USA nach Italien zurück, wo ich einige Jahre gelebt hatte. Wir wollten beide eine neue Band auf die Beine stellen, checkten das Material des jeweils anderen und kamen überein, dass wir gut zusammenpassen. Wir stehen auf die Achtziger, besonders auf den Power Metal aus den USA, und wir wollten eine Band gründen, die Metal ohne Kompromisse spielt. 2001 stieß Drummer Cristian dazu und Raising Fear arbeiteten als echte Band zusammen. Ein knappes Jahr später komplettierten der Bassist Frana und Sänger Rob die Truppe, und wir nahmen ein Demo mit dem schlichten Namen „Promo 2003“ auf. Rob und ich hatten zuvor schon einige Alben mit anderen Bands veröffentlicht, übrigens auf dem sehr aktiven Label Underground Symphony, während Alberto und Cristian mit ihrer alten Band War Trains in den Neunziger live ziemlich viel unterwegs waren. Sound Base: Eure Musik ist hörbar von deutschen Metal-Bands beeinflusst. Würdest du zustimmen, wenn ich es als Mischung aus Accept und Grave Digger beschreiben würde? Natürlich hört man anhand der Melodieführung auch italienische Prog-Einflüsse heraus, allerdings habt ihr euch nach einem Song von Armored Saint benannt, und die höre ich ehrlich gesagt gar nicht raus. Yorick: Manchmal weißt der Name der Band nicht ungedingt auf den Stil hin. Wir haben uns nach einem Song von Armored Saint benannt, weil wir alle große Fans von Dave Prichard waren und sein Tod ein großer Verlust für die gesamte Szene bedeutete. Ich glaube, du hast in deiner Analyse unserer Musik aber ziemlich recht, Hart und Deutsch, mit einigen progressiven Spritzern. Ich würde vielleicht noch Thrash einfügen. Sound Base: Kommen wir zu „Mythos“. Ich denke, die Idee, ein Album nur über Sagengestalten zu verfassen ziemlich gut. Wie kamt ihr auf diese Idee, und sehr ihr „Mythos“ als Konzeptalbum? Yorick: Wir lieben Mythen. Ich habe als Forscher an einer Universität an mittelalterlichen Studien gearbeitet, deshalb lag das Thema nahe. Ich persönliche interessiere mich sehr für antike Sprachen und Literatur und habe extra für dieses Album sehr viel Material für die Songs zusammengetragen. Zum Teil auch in originaler Sprache. Wir sehen „Mythos“ als Gallery in einem Museum, wo die Besucher zwischen den Artefakten, Statuen, Gemälden und Relikten der Vergangenheit herumlaufen können. Und jedes Stück erzählt seine Geschichte. Wenn du es unter diesem Aspekt betrachtest, könnte es ein Konzeptalbum sein. Aber ich sehe es mehr als Sammlung von Geschichten, eine Art historisches Tagebuch. Sound Base: Die Idee hinter „Mythos“ ist für den Heavy Metal eigentlich ziemlich offensichtlich. Es wundert mich persönlich, dass da vorher noch kein anderer drauf gekommen ist. Von Metalium mit ihrem Weltraummonstermärchen mal abgesehen. Yorick: Das sehe ich als Kompliment. Ich denke, wir haben das Thema sehr professionell verarbeitet. Wir wollten nicht nur eine Story wiederholen, sondern eine Sammlung erschaffen. Zudem haben wir versucht, eine zusätzliche Geschichte um den dunklen Charakter auf dem Cover zu erschaffen. Aber das ist eine andere Geschichte. Sound Base: Aufs Cover kommen wir gleich zurück. Zuvor eine andere Frage: Wird das Thema Mythen auch auf euren nächsten Veröffentlichungen zu finden sein oder gibt es einen kompletten Bruch? Yorick: Wie ich zuvor schon angedeutet hatte, wollen wir dem Charakter auf dem Cover eine eigene, durchgehende Geschichte geben. Im Laufe des Jahres wird mehr darüber zu erfahren sein. Sound Base: Mit dem letzten Stück des Albums brecht ihr das Konzept auf. Das Cover von „Angel Witch“ ( Angel Witch ) gefällt mir persönlich ganz gut, aber wie kamt ihr denn ausgerechnet auf das Stück? Yorick: Es ist als Hommage an die Achtziger gedacht. Wenn wir das Stück live spielen, können im Publikum sofort alle mitsingen, und das ist einfach geil. Als Söhne der Achtziger wollten wir diese Band einfach würdigen, denn wir lieben Angel Witch bis heute. Sound Base: Ich habe mitbekommen, dass ihr für euer Covergemälde eine Menge Kritik einstecken musstet. Die Grundidee finde ich persönlich nicht schlecht, die Farbwahl mit seinen seltsamen Pastelltönen schon. Siehst du nicht die Gefahr, dass Fans das Album im Laden sehen und denken: Schon wieder so eine Keyboard-Kleister-Truppe der Marke Rhapsody ? So sieht es nämlich ein bisschen aus. Yorick: Wir mochten das Bild wirklich, aber nach all der Kritik beschleicht uns das Gefühl, dass es keine gute Idee war. Abgesehen davon sollte man ein Buch nicht nach seinem Einband beurteilen, aber mir ist natürlich klar, dass der erste Eindruck viel ausmacht. Und dieses Cover scheint uns wirklich nicht zu helfen. Ich selbst finde es immer noch nicht so schlecht, es sollte eben gerade nicht wie ein Rhapsody-Cover aussehen. Sound Base: Gut, Themawechsel. Ihr seid gerade zu einer großen Italien-Tour aufgebrochen. Wie sieht es mit der weiteren Planung aus. Ist Deutschland im Gespräch? Yorick: Wir würden sehr gerne in Deutschland spielen, es gibt Kontakte zu einigen Festivals. Wer Interesse hat, uns zu buchen, kann sich jederzeit über unsere Homepage melden. Ob Einzelgig oder Festival, wir sind bereit. Und wenn du uns live siehst, wirst du uns lieben! http://www.raisingfear.com

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