Ok, CD in den Schacht und Boxen aufgedreht… . Kennt Ihr das, man braucht manchmal nur 23 Sekunden um zu erkennen, dass eine Scheibe der Renner ist. Bereits der Titeltrack vereint alles, was ich seit Jahren bei In Flames und Dark Tranquillity vermisse. Alle 10 Tracks plus Synthie-Zwischenspiel sind richtig geile Songs mit auf den Punkt-Riffs, eingängigen Songaufbauten, fluffigen Gitarrenharmonien, die einem vor Freude die Tränen in die Augen treiben und einem richtigen Tritt in die Fresse-Charme. Wem es ähnlich ermüdend mit den großen Namen des Genre geht, macht mit Raintime also alles richtig. Zwischendurch mal typisch hektisches At The Gates-Drumming im krassen Kontext zu den geil melodischen Cleanvocals von Claudio Coassin, der aber auch das Aggro-Keif-Spektrum problemlos beherrscht. Dazu ein paar Power Metal-Chöre und fertig ist Chose. Die Scheibe geht als Mischpoke aus Mercenary- und Soilwork-Großtaten durch und ist dabei, trotzdem und gerade wegen der gesanglichen Leistungen, einwandfrei eigenständig. Eigenes klitzekleines Manko, welches man den Italienern unterjubeln könnte sind die bei zwei, drei Parts überpräsenten Keyboards. Als Sahnehäppchen und somit als Wiedergutmachung, kredenzen Raintime eine arschtighte Coverversion von Michael Jackson‘s 82er Hit "Beat it", den man wunderbar in der heimischen Folterkammer oder im Hochglanz-Domina-Studio auflegen kann. Diese Truppe hat noch Hummeln im Hintern, ganz im Gegensatz zu den leblosen und aufgespießten Insekten auf dem Cover! Mensch, ihr da von Lifeforce, wird denn alles was ihr in letzter Zeit anpackt zu Gold??? Verdammt coole Scheibe!
10 Punkte
www.raintime.com
