Aufklärung tut Not, das wussten schon die Sex Pistols und entlarvten im Jahre 1979 die Lügen des Rock’n’Roll. Im Jahre 2007, also knapp dreißig Jahre später, legt die Berliner Band Polkaholix nach und setzt noch einen oben drauf, indem sie „on a mission of polka“ eindrucksvoll beweist, dass der die meisten Songs in der Musikgeschichte im Grunde auf dem soliden Fundament der Polka stehen.
Glaubt ihr nicht? Na dann wird es aber Zeit, sich „The Great Polka Swindle“ schnellstmöglich zu besorgen und investigativ unter die Lupe zu nehmen. Exemplarisch wird hier aufgezeigt, dass Rio Reiser’s „Alles Lüge“ ebenso unter dem Einfluss von Polkafieber entstanden sein muss wie beispielsweise „Das Modell“ von Kraftwerk (aber gut, das hat erst kürzlich die finnische Combo Eläkeläiset ja schon eindrucksvoll bewiesen… das wäre damit ja ohnehin schon hinreichend geklärt) und die NDW – Granaten „Berlin“ (Ideal) und „Herz ist Trumpf“ (Trio). Aber nicht nur die Populärmusik hat durch die Bank Polkawurzeln, dieser Virus hat sich auch in traditionellen Volksliedern wie dem Berliner Kultlied „Bolle“ ein genistet und verbreitete sich infektiös sogar bis nach Hollywood, wo er u.a. in Mutationen in diversen Soundtracks auftritt, auf vorliegendem Aufklärungswerk nachgewiesen anhand der „Raumpatrouille Orion“. Musikalisch mit diesem Stil also in allerbester, weltweiter Gesellschaft brauchen sich die Polkaholix dann auch nicht zu schämen, den ein oder anderen Hit aus eigener Feder auf diesem Album zu veröffentlichen.
Fazit: Die Polkaholix sind weit davon entfernt eine weitere Hans Wurst Spaßtruppe zu sein, denn auch wenn die Nummern durch die Bank wirklich Laune machen und einem das ein oder andere Lächeln ins Gesicht zaubern, kommt „The Great Polka Swindle“ zu keiner Sekunde lächerlich oder platt lachaft daher. Wer auf eine intelligent angerührte Melange aus Polka, Punk, Ska und Rock steht, der sollte hier definitiv mal beide Ohren reinhängen. 10 Punkte!
Hompage Polkaholix