Kollege Krüger würde bei Pechsaftha kotzen, mir gelingt es aber immer wieder mein Essen bei mir zu behalten. Fortschrittlich dabei ist, dass es mir inzwischen sogar keine Mühe mehr bereitet.
Kollege Krüger würde es aber den Magen umdrehen. Denn Pechsaftha ist Kopfmusik, die Texte haben Gewicht, das Wort steht gleichwertig zum Palaver, in dem es für gewöhnlich eingebettet ist. Und der Palaver ist schräges Drumherum, bei dem man mit allem musiziert und experimentiert, was das Häuschen irgendwo in Holland in den Tagen des Plattenaufnehmens hergibt.
Eigentlich kommen sie ja aus der Punk Ecke, die vertretenen Herren von EA80 und Grafzahl. Und auch aus dem Pop. Auf Dick in Frisco lassen sie sämtliche Stile hinter sich, malträtieren vielmehr ihre Umgebung, um ihr songdienliches zu entlocken. Und landen dann doch irgendwie wieder beim Pop. Und beim Gesabbel von Herrn Büsser. Und das Gesabbel hat Inhalt, wobei es schwer fällt, diesem immer zu folgen, da die Kulisse vom tatsächlichen Schauspiel etwas ablenkt. Texte hätten dem Booklet gut getan. Aber das wäre auch wieder zu gewöhnlich gewesen.
Gewöhnlich darf es halt nicht sein. Und so geht es bei den Aufnahmen auch schon mal ungewöhnlich zu. Da lässt man Herr Brüsser im einen Raum drauflosreden, während im anderen Raum die Musiker lustvoll das Geräusch zelebrieren. Ohne dass beide Parteien einander hören. Und man fragt sich letzendlich: Wirklich nur bei einem Song.
Dick in Frisco ist für einige sicherlich Kunst und die Platte damit ein Kunstwerk. Für die anderen wird es nicht mehr als ein Kopfschütteln bedeuten, Unverständnis über fünf Personen, die sich wahrscheinlich mit ein paar Rauschmitteln auf einem musikalischen Freiflug befanden, dessen Kurs niemand später nachvollziehen kann. Die einen finden es zum Kotzen, die anderen gehaltvoll und interessant. Ich setz mich irgendwo dazwischen und enthalte mich einer Wertung.