Rezensionen > Musik

PARAMORE: Riot!

(Warner)

Autor: schlimm / Wertung: 8 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Da sind sie also, die Retter des Rock and Roll. Oder sind es die Retter des Punk? Oder des Pop? Oder..ist ja im Prinzip auch egal, denn wo man in 2007 auch hinblickte, PARAMORE scheinen die Band der Stunde gewesen zu sein. Gewesen? Mitnichten, denn nun startet die Formation so richtig durch. Ist sie bisher in unseren Landen immer noch mehr oder minder ein Geheimtipp oder einem jüngeren Publikum bekannt, so wird die neue Scheibe „Riot!“ die Gruppe mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit durch die Decke katapultieren. PARAMORE bringen eigentlich sämtliche Voraussetzungen mit um sich auch bei einem größeren Publikum einen Namen zu machen. Dieses größere Publikum dürfte sich vornehmlich aus einer jüngeren Zielgruppe zusammensetzen.

Das ist auch verdammt gut so, denn für uns alten Säcke gibt es ja nun schon jede Menge Musik, auch wütende. Die junge Generation braucht aber ja auch was, womit sie sich eine eigene Identität schaffen kann. Dafür sind PARAMORE bestens geeignet. Wenn im beiliegenden Waschzettel von „…Frontfrau Hayley Williams sticht sofort ins Auge: ein quirliger Rotschopf, der noch um einiges süßer ist als Avril Lavigne..“ die Rede ist, sollte sofort klar sein, wer hier angesprochen werden soll. Die 15jährigen Mädels haben in der 18jährigen Frontgöre endlich wieder ein neues Sprachrohr und die kleinen Jungs dürfen sich natürlich reihenweise verlieben. Soweit, so schlecht vom Schreiberling dieser Zeilen. Denn ganz ehrlich, belächeln braucht man PARAMORE in keinster Weise. Die Band hört sich zweifelsohne ein bisschen wie Avril Lavigne an, hat aber auch eine Menge Potenzial und Substanz zu bieten.

Als erstes fällt die dicke, fette Produktion ins Ohr. Was hier aufgefahren wird klingt ja schon nach einer etablierten und großen Band. Hut ab, da wird aber ordentlich auf dicke Hose gemacht. Die elf Songs selber heben die Welt zwar nicht aus den Angeln, haben aber trotzdem das gewisse Etwas zu bieten. Die Band versprüht einen Charme, dem man sich kaum entziehen kann. Auch, wenn hier natürlich viel Wut regiert und ordentlich auf die Kacke gehauen wird, kann der Krach nicht über die feinen Melodien hinwegtäuschen. Punk-Pop in schönster Manier. Die junge Band im Alter zwischen 16 und 22 Jahren(!!!) beweist doch ein erstaunliches Händchen für Melodien. Den Vieren sind hier elf mitreißende Nummern gelungen. Egal ob der treibende und im Tempo wechselnde Albumopener „For A Pessimist I´m Pretty Optimistic“, dem im Refrain mitreißenden „That´s What You Get“, dem hymnenartigen „Hallelujah“ oder dem balladesken „When It Rains“, die Songs wissen nicht nur zu Gefallen, sondern auch zu überzeugen. Erstaunlich an „Riot!“ ist sogar der Umstand, dass die Scheibe nach hinten raus sogar noch besser wird. Das subtile „Let The Flames Begin“ oder das grandiose „We Are Broken“ sind ganz bezaubernde, kleine Popnummern.

Fazit: PARAMORE legen eine beachtliche Reife an den Tag. So kann auch ein alter Sack wie ich nachvollziehen, warum die Jugend auf die Band abfährt und warum die Vier so gut wie für jeden Nachwuchspreis nominiert sind und waren. Qualität kennt eben keine Altersgrenzen! Gespannt darf man den weiteren Weg von PARAMORE verfolgen.

http://www.paramore.net/

No Comments »

No comments yet.

RSS feed for comments on this post.

Leave a comment

Weitere Artikel des Autors

Aktuelle News

Aktuelle Artikel

Navigation


© Dirk Janßen, Webdesign, Webanwendungen & Content Management Systeme.

Sound Base Online Magazin Powered by WordPress - Inhaltsverzeichnis