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Paolo Nutini: Sunny Side Up
(Warner)


Autor: schlimm / Wertung: 8,5 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Musik ist nicht nur eine der schönsten Nebensachen der Welt, sondern auch immer wieder für eine Überraschung gut. Eine davon dürfte Paolo Nutini und seine Musik sein. Nun kommt der Schotte mit italienischen Wurzeln mit seinem zweiten Album um die Ecke und dürfte damit wieder beeindrucken – besonders diejenigen, die ihn bisher nicht auf ihrem Radar hatten.

„Sunny Side Up“ klingt dann auch gar nicht wie erwartet. Was hat man überhaupt erwartet? Der Name von Nutini lässt aufgrund seiner italienischen Wurzeln ja einen ganz anderen Rückschluss auf seinen musikalischen Background vermuten. Das kann man aber getrost in die Tonne kloppen. Überhaupt ist „Sunny Side Up“ nur schwer einzuordnen, denn hier geht es quer durch den Gemüsegarten und die zwölf Songs klingen ein bisschen wie Kraut und Rüben, einen durchgängig roten Faden kann man nämlich erstmal nicht ausmachen.
Schon zur Albumeröffnung begrüßt er einen mit offenen Armen ganz herzlich in der Karibik. „10/10“ durchweht mit seinen Reggaeanleihen eine sommerliche Atmosphäre. Eine kräftige Duftmarke gleich zu Beginn. „Coming Up Easy“ ist dann eine komplette Richtungsänderung und jetzt klingt der Mann mit seiner kratzigen Stimme wie der Kneipensänger von nebenan. Orgel und Trompete sorgen im Hintergrund für den nötigen Klangteppich um zu überraschen. „Growing Up Beside You“ packt dann sogar noch ein Akkordeon hinzu und nun ist man endgültig in den schottischen Wirtshäusern angekommen, nur um im nächsten Song „Candy“ im Rockbereich zu landen. Diese Midtemponummer überzeugt mit einer schönen Melodie und somit finden sicher auch alle Radio- und Pophörer gefallen daran. Selbst vor Jazz schreckt der sympathische Jungspund nicht zurück, wie man beim liebenswürdigen „Pencil Full Of Lead“ nachhören kann. Der Mann hat eben eine musikalische Vision, die authentisch ist und weit weg vom Plastikgedöns dieser Tage. Wenn es dann ein musikalischer Stil ist, der eben nicht direkt auf der Hand liegt, dann soll es so sein. Herausragend ist übrigens die Stimme. Wer mit dem Album schon etwas anfangen kann, der sollte unbedingt den Livetest machen, denn da dürfte Nutini erst so richtig aufdrehen.
Fazit: Mich hat „Sunny Side Up“ komplett überrascht. Ich weiß jetzt gar nicht mehr so genau, was ich erwartet hatte, aber es war unter Garantie anders als das hier Gehörte. Musik zwischen Kneipenromantik, schottischen Highlands, karibischem Flair und Bargeflüster – jederzeit authentisch und ehrlich. Schöne Melodiebögen werden mit jeder Menge instrumentalischen Schachzügen umgesetzt. Dazu kommt die markante Stimme von Paolo Nutini und fertig ist ein Album, welches einer der Überraschungen des Jahres 2009 werden könnte.

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