Inhalt: Der junge Schriftsteller Arved Richter ist auf der Suche nach einem Ort der Ruhe, an dem er sein neues Buch schreiben kann. Diesen findet er auch bald in Gestalt einer alten Schäferkate im Städtchen Maldenrath, einem verschlafenem Dorf im Taunus. Doch die Freundlichkeit der Dorfbewohner, und allen voran die des Bürgermeisters, schlägt bald in eine bedrohliche Stimmung um. Nachdem Arved auch noch das Tagebuch seines Vormieters findet zieht drohendes Unheil auf. Aus verbalen Anfeindungen werden plötzlich gewalttätige Attacken.
Welches Geheimnis verbringt sich hinter den Türen von Maldenrath? Einem ersten Anschlag entkommen, nimmt Arved Richter die Fährte auf und gerät in einen Strudel, aus dem es kein Entkommen gibt und dessen Ursprung weit in der Vergangenheit liegt.
Kritik: Bei der Geschichte Wendernoacht werden Gruselgucker und Horrorschauer sicherlich ein wenig an Filme von M. Night Shyamalan erinnert: Es beginnt mysteriös und viel versprechend, aber schließlich kommt doch das ernüchternde Ende, das dem Ganzen den oft zitierten faden Beigeschmack zufügt. Man denke nur an The Village - Das Dorf oder Signs.
Bei der Erzählung von Olaf von der Heydt verhält es sich genauso. Bis das Ende die Aufklärung zückt, lebt die Geschichte vor allem vom Ungeklärten und den hohen Erwartungen. Allerdings wird dann alles durch die wenig originelle Erklärung zum Schluss zerstört. Dabei hätte man dem Autor den einen oder anderen Verstoss gegen die Logik für eine faustdicke Überraschung verziehen, z.B. heidnische Fanatiker, die ihre Opfer recht christlich beerdigen.
Die Länge der Erzählung fällt hingegen nicht ins Gewicht, sammelt man doch gespannt Indizien und arbeitet sich zum leider ausbleibenden Knall durch. Schön hätte es werden können, denn auch die Sprecher agieren größtenteils authentisch. Bei der Musik gibt es hingegen Ausfälle, denn einige Stücke passen besser zu einem Jugend- als zu einem Mystery-Hörspiel.
Fazit: Wendernoacht scheitert vor allem an den hohen Erwartungen, die es beim Hörer weckt und die die schwache Auflösung nicht halten kann. Schade, da wäre mehr drin gewesen…