Rezensionen > Musik

Nick Cave & The Bad Seeds: The Abattoir Blues Tour

(Mute / EMI)

Autor: schlimm / Wertung: 9.0 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Bild von Nick Cave & The Bad Seeds - The Abattoir Blues TourThe Abattoir Blues Tour gibt es in zwei verschiedenen Versionen. Neben der Doppel-DVD gibt es auch noch ein dickes, fettes Doppel-DVD/Doppel-CD Box-Set. Konzentriert sich die visuelle Ausgabe größtenteils auf den Auftritt von Nick Cave & The Bad Seeds aus London, den die Band im November 2004 gab, so enthalten die CDs Mitschnitte von verschiedenen Konzerten. Die zweite DVD bietet übrigens Auszüge aus einem weiteren Londoner Auftritt, den Cave bereits im Juni 2003 im Rahmen seiner "Nocturama"-Tour gab. Hinzu kommen fünf Videos der letzten beiden Alben, Tourberichte, Interviews und Auszüge aus dem Videodreh zu „Bring It On“.

Die CD-Ausgabe, die wir hier zur Besprechung vorliegen haben, erscheint losgelöst vom Box-Set im März erneut. Insgesamt wartet diese mit 17 Titeln auf. Los geht es mit dem wunderschönen „O Children“ (aufgenommen in Düsseldorf). Langsam baut sich die Atmosphäre auf, veredelt durch den Chor. Gänsehautatmosphäre gleich zu Beginn. Danach gibt es die andere Seite der Band zu hören. Beschwörend und bedrohlich schält sich „Hiding All Away“ aus den Boxen (aufgenommen in Manchester). Krach kann doch so schön sein. Mit „Breathless“ gibt es dann einen kleinen Stilbruch und für Cave Verhältnisse eine fast schon heimelige und fröhliche Stimmung. „Get Ready For Love“ ist wie gemacht für die großen Bühnen dieser Welt (beide Tracks ebenfalls aus Düsseldorf). „Red Right Hand“ aus Kopenhagen ist von der Grundstimmung ruhig, aber Cave wäre nicht Cave, wenn es nicht auch ein paar verstörende und laute Elemente geben würde. Zum anschließenden „Ship Song“ muss man wohl nicht mehr viele Worte verlieren. Dieser dürfte mit Sicherheit zu den ganz großen Klassikern von Cave zählen und auch dieser Vortrag aus Paris weiß zu überzeugen. In dieselbe Kerbe schlägt dann „The Weeping Song“ (aufgenommen in München). CD1 findet dann seinen Abschluss mit dem epischen „Stagger Lee“ – die Band ist hier in Hochform.

CD2 startet dann mit dem ausufernden „Carry Me“ aus Düsseldorf. „Let the bells ring“ ist ein eher konventioneller Song fürs Stadion (aufgenommen in Lausanne). „Easy Money“ ist dann wieder einer dieser Gänsehautsongs, die auch noch einmal verdeutlichen, dass Cave einer der ganz großen Sänger und auch Songschreiber ist (aufgenommen in Mailand). „Supernaturally“ lässt es dann wieder mächtig krachen und „Babe You Turn Me On“ zeigt die eher nachdenkliche Seite – beide aus Paris. „There she goes, my beautiful world“ aus Amsterdam rockt dann wie Hölle mit einem großartigen Gospelchor. Das wunderschöne „God is in the House“ aus Paris bedarf keiner Worte, anschalten und genießen. Mit „Deanna“ aus Hamburg schließt sich ein weiterer Klassiker an, bevor „Lay Me Low“ aus München den würdigen Abschluss bildet.

Fazit: Für Cave-Fans ist die Doppel-CD natürlich Pflicht, selbstverständlich nur zusammen mit den DVDs. Ob eine „Nur-CD-Veröffentlichung“ großartig Sinn macht, muss jeder für sich selber beurteilen. Insgesamt überzeugt die Doppel-CD natürlich auf ganzer Linie, aber da man bei Nick Cave & The Bad Seeds nicht nur Genuss für die Ohren geboten bekommt, sollte man auf jeden Fall auf das Box-Set zurückgreifen. Dennoch kann man für diese runde Geschichte ruhigen Gewissens 9 Punkte vergeben.

No Comments »

No comments yet.

RSS feed for comments on this post. TrackBack URI

Leave a comment

Verwandte Artikel

Weitere Artikel des Autors

Aktuelle News

Aktuelle Artikel

Navigation


© Dirk Janßen, Webdesign, Webanwendungen & Content Management Systeme.

Sound Base Online Magazin Powered by WordPress - Inhaltsverzeichnis