Nick Hornby darf man mittlerweile ohne schlechtes Gewissen als Kultautor bezeichnen. Mit Büchern wie „Fever Pitch“ und „High Fidelity“ sprach er vor allem seinen männlichen Artgenossen aus dem Herzen. Nie beschrieb einer besser deren Gefühlswelt zum Thema Fußball und Musik. Aber auch seine anderen Geschichten manifestierten den Ruf von Hornby und punkteten selbstverständlich auch bei der Damenwelt. Auch wenn der Mann mittlerweile 51 Lenze zählt, nimmt man ihm den Berufsjugendlichen immer noch ab.
In seinem neuerlichen Werk wird die Geschichte des Jugendlichen Sam erzählt. Hornby benutzt dazu als Stilmittel die Ich-Erzählweise. Der Autor schafft es dabei sehr authentisch sich in den 15-jährigen Hauptdarsteller zu versetzen und die Gefühlswelt eines Pubertierenden wiederzugeben.
Sam ist im Grunde ein ganz normaler Heranwachsender. Sein großes Idol ist der Skateboardheld Tony Hawk, dessen Biografie er unendlich oft gelesen hat und die führ ihn eine Art Bibel in allen Lebenslagen darstellt. Seine Gedanken und Gefühle vertraut er zudem noch einem Poster seines Idols an. Die Welt von Sam besteht fast ausschließlich aus seiner Leidenschaft und Passion – dem Skaten. Künstlerisch begabt ist er auch noch und so fragt in seine Lehrerin, ob er nicht Kunst studieren möchte. Eigentlich verläuft sein Leben also in geordneten Bahnen. Gut, er lebt alleine mit seiner Mutter, aber auch dies unterscheidet ihn nicht wesentlich von Altersgenossen und stört ihn nicht sonderlich. Einzig und alleine der Umstand, dass seine Eltern gerade etwas über 30 sind und sich seine Freunde für seine junge Mutter interessieren ist sicherlich nicht ganz alltäglich, aber auch damit scheint er durchaus kein Problem zu haben.
Eine entscheidende Wendung bekommt sein Leben allerdings, als ihn seine Mutter mit auf eine Geburtstagsparty einer Freundin nimmt. Dort lernt er deren Tochter Alicia kennen. Das Mädchen ist nicht nur bildhübsch, sondern auch sonst nicht ganz die Kragenweite von Sam. Es kommt, wie es kommen musste. Die beiden verlieben sich. Die Welt von Sam könnte eigentlich nicht schöner sein, bis er plötzlich doch das Interesse an Alicia verliert. Genau in diesem Augenblick kommt diese an seinem Geburtstag mit einer Hiobsbotschaft, die ihn völlig aus der Bahn wirft. Es gibt nur eine Lösung – abhauen. Ab hier überschlagen sich die Ereignisse und das Leben aller wird sich nachhaltig ändern…Zeitreisen inbegriffen.
Die Erzählweise von Nick Hornby macht mit einer gewissen Leichtigkeit unheimlich Spaß beim Lesen. Ironisch, witzig und originell trifft er hier den Ton der Jugendlichen. Stilistisch ist dies wieder ein echter Hornby und orientiert sich wieder mehr an den ersten Werk des Autors. Die Dialoge sind nicht nur witzig, sondern auch verdammt nahe dran an der Realität.
Fazit: Nick Hornby wird ja gerne mal als Meister der Männerliteratur bezeichnet, dem auch die Frauen verfallen sind. „Slam“ wird dieser Rolle allerdings nicht mehr ganz gerecht. Natürlich werden Fans dieses Werk auch wieder lieben und in ihr Herz schließen. Im Grunde ist das Buch aber ein Jugendbuch, was schon alleine an dem Umstand liegt, dass es sich hier um die Welt eines Jugendlichen dreht, der den Sprung ins Erwachsensein schaffen muss. Auf die ein oder andere Art musste diesen Sprung aber noch jeder meistern und darum ist „Slam“ mit seinen ironischen, rührenden und ehrlichen Ausführungen ein Konsenswerk, auf das sich vermutlich alle von 14 bis 100 einigen können. Dass die Geschichte leicht und flüssig zu lesen ist, macht das Werk nur umso authentischer und sticht sehr positiv heraus. „Slam“ sei ganz besonders den Menschen empfohlen, die nicht vergessen haben, dass sie auch einmal jung waren und natürlich an diejenigen, die es immer noch sind. Ein typischer Nick Hornby, der trotzdem auch eine neue Facette präsentiert.