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Nick Cave And Warren Ellis: The Assassination of Jesse James (O.S.T.) Tipp

(Mute)

Autor: schlimm / Wertung: 11 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Fast inflationär wirft man - werfen wir - die sich Kritiker schimpfen, mit dem Wort Künstler um sich und uns. Doch ist denn wirklich alles, was unter dem Deckmäntelchen von Kunst auf den Markt kommt auch wirklich als solche zu bezeichnen? Definitionssache! Bei Nick Cave verhält es sich allerdings etwas anders. Bei dessen Arbeit kann man ohne mit der Wimper zu zucken von Kunst sprechen. Der Mann selber ist ein ganz großer seiner Zunft. Er fühlt sich in sehr vielen Genres zu Hause, vom Buchautor, über Rocker, Feingeist für die leisen Töne, Drehbuchautor, Filmmusikkomponist und und und. Oftmals arbeitet er dann (gleichberechtigt) mit seinem kongenialen Partner Warren Ellis. Nach „The Proposition“ haben die beiden nun erneut einen grandiosen Soundtrack eingespielt.

Hauptdarsteller Brad Pitt macht das, was er besonders gut beherrscht – traurig gucken. Nick Cave und Warren Ellis machen ebenfalls das, was sie besonders gut beherrschen - die beiden vertonen den Film in allerschönsten Mollklängen. Ein Widerspruch in sich? Mitnichten! Auch die dunklen, schweren und traurigen Töne können eine wahre Schönheit ausstrahlen, zumindest wenn Cave und Ellis beteiligt sind. Vorsicht ist trotzdem geboten. Auf den eigenen Gemütszustand sollte man schon ganz genau achten, denn wenn man sich gerade in einem seelischen Tief befindet oder der nasskalte November an die Scheibe klopft, dann könnte das bei dem ein oder anderen sicherlich in Verbindung mit dieser Musik zu sehr seltsamen Gedanken führen.

Keiner vertont so schön traurige Melancholie wie Cave und Ellis. Eindrucksvoll kann man dies nun wieder auf den 14 Kompositionen von „The Assassination of Jesse James“ nachhören. Dezent, meist nur mit Piano und Geige, tragen die beiden ihre Instrumentalstücke vor. Hin und wieder kriegen sie noch Unterstützung von ihren beiden Bad Seeds Kollegen Martyn Casey und Jim Sclavunos an Bass und Schlagzeug.

Fazit: Den Soundtrack von „The Assassination of Jesse James“ in Worte zu fassen ist ganz, ganz schwer. Er dürfte so ziemlich zu der traurigsten und gleichzeitig auch zu der schönsten Musik der letzten Jahre gehören. Musik in ihrer reinsten Urform, ohne Worte. Auch außerhalb des Films funktioniert dies ganz wunderbar und man kann sich als Zuhörer fallenlassen und sich in eine Traumwelt zurückziehen.

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