Mit “The Firstborn Is Dead” kommt gleich der nächste Streich von Nick Cave und seinen Bad Seeds zu neuen Ehren. Auch dieses Paket kommt im aufklappbaren Digipack und hat neben dem eigentlichen Album noch eine weitere DVD mit üppigem Bonusmaterial zu bieten. Fanherz was willst du mehr?
„The Firstborn Is Dead“ ist anders als noch der Vorgänger „From Her To Eternity“. Nick Cave And The Bad Seeds scheinen sich hier als richtige Band gefunden zu haben und wissen ganz genau, welche Richtung sie einschlagen wollen. Das Album klingt insgesamt weniger experimentell. Die vielschichtigen Klangwelten wurden in ein neues Korsett gepackt und insgesamt sind die Songs doch eine ganze Ecke zugänglicher.
Die Scheibe lässt schon erahnen, wohin der Weg führen wird. Unter der rauen Schale ist doch auch ein großer, weicher Kern zu finden. Die ruhigen und sanften Töne von „Knockin´ On Joe“ sind die ersten Vorboten des neuen Wegs. Auch das countryeske „Black Crow King“ dürfte bei den Anhängern des Punk das ein oder andere Fragzeichen aufgeworfen haben. Dabei ist das hier viel mehr Punk wie so manches Offensichtliche. Überhaupt blitzt hier immer wieder das ein oder andere Countryelement durch und trotzdem kommt eine Nummer wie „Blind Lemon Jefferson“ eine ganze Spur düsterer rüber, wie so vieles andere des Genres. Mit „Tupelo“ hat das Album sogar einen Klassiker abgeworfen.
Die DVD hält dann noch das ein oder andere Schmankerl bereit. Das Album liegt selbstverständlich im 5.1 Surround Sound vor. Damit ist es aber auch hier nicht getan und das kleine Schmuckstück hat neben „The Six Strings That Drew Blood“ noch die Videos von „Tupelo“ und „Wanted Man“ zu bieten. Letzteres gibt einen kleinen Blick auf die Stunden vor einem Auftritt preis. Herzstück der DVD ist aber mal wieder die Dokumentation „Do You Love Me Like I Love You – Part 2“. Eine Menge alter Weggefährten geben wieder Einblicke in den Entstehungsprozess der Scheibe und die damalige Zeit überhaupt. Moby outet sich als Fan und findet, dass die Bad Seeds einer der wenigen weißen Bands sind, die mit ihrem düsteren Blues in den letzten 50 Jahren überzeugen konnten. Blixa Bargeld erklärt ebenfalls den Blues und wie er auf diesem Album Gitarre gespielt hat und Gavin Friday kommt zu der Erkenntnis, dass letztlich alles auf Gott, Liebe und der Bibel basiert und landet letztlich sogar bei Michael Jackson. Aber gerade diese kleinen Randgeschichten machen die knapp 40 Minuten zu einer kurzweiligen und spannenden Angelegenheit.
Fazit: Auch mit „The Firstborn Is Dead“ ist Nick Cave mit seinen Bad Seeds ein gutes Album gelungen. Die vielen Ecken und Kanten des Vorgängers sind zwar nicht mehr in ganz so üppiger Pracht vorhanden. Macht aber nichts, denn dafür gibt es genug anderes zu entdecken. Die Neuauflage besticht nicht nur klanglich, sondern hat mit der beiliegenden DVD einiges an Mehrwert zu bieten!
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am Montag, den 11. Mai 2009 um 13:13 Uhr veröffentlicht
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