Ob es damit zusammenhängt, dass Label Inhaber Lars Peter Lueg vor Kurzem Vater geworden ist oder weil Kinderversorgung, Kinderängste und Kindermissbrauch höchst aktuelle Themen sind, der dritte Teil der Necrophobia - Serie weist in drei Geschichten einen Bezug zur Thematik auf.
David H. Kellers Da unten ist nichts setzt sich z.B. mit der berühmten Kinderangst vor Dunkelheit bzw. vor dunklen Orten auseinander. Leider überrascht und schockt die Geschichte nicht wirklich.
Weitaus interessanter ist da schon die zweite Erzählung Zart wie Babyhaut verfasst von F. Paul Wilson und superb vorgetragen von Marie Bierstedt (Synchronstimme von u.a. Kirsten Dunst). Die Geschichte greift Konsumgeilheit und den Fall von moralischen Grenzen auf, gibt die Protagonisten doch dem Verlangen nach, eine Handtasche aus echter menschlicher Fötenhaut zu besitzen.
Richtig gruselig wird es aber in diesem Themenkreis erst mit der letzten Erzählung Die graue Madonna von Graham Masterton. Hier manifestiert sich die Schuld an einer Abtreibung in Gestalt einer grauen Madonna, die Buße für die Tat fordert. Souverän vorgetragen von Till Hagen (Synchronstimme von u.a. Kevin Spacey und Kevin Kline).
Zwei weitere Erzählungen runden das Hörbuch ab: Eher dem Fantasybereich zuzuordnen ist dabei Necropolis - Das Reich der Toten von Clark Ashton Smith, eine recht langatmige und etwas aus dem Konzept fallende Geschichte über Nekromanten, die die Toten erwecken, verknechten und schließlich deren Rache zum Opfer fallen. Unterhaltsamer ist hier schon die andere Geschichte Die langweiligste Frau der Welt von Christopher Fowler, über eine betrogene Frau, die sich den Alltag mit Alkohol und „legalen“ Drogen versüßt und sich dabei Rachephantasien hingibt, die schon bald Wahrheit werden könnten. Hier ist es vor Allem die Darbietung von Arianne Borbach (Synchronstimme von u.a. Catherine Zeta-Jones), die zum Gelingen der Story beiträgt.
Auch wenn der zweite Teil der Serie insgesamt stärker ausfällt, so kann auch die dritte Folge dank der Erzählungen von Wilson, Masterton und Fowler überzeugen.