Rezensionen > Musik

Neal Morse: Sola Scriptura

(Inside Out / SPV)

Autor: Katze / Wertung: 8 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Neal Morse: Sola ScripturaEs ist irgendwie eine undankbare Aufgabe, zu einem neuen Neal Morse Album eine Rezension schreiben zu müssen. Einerseits steht die große technische Klasse dieses Musikers sicherlich zweifelsfrei fest, andererseits weiß man langsam nicht mehr, was man zum musikalischen Output an sich verkünden soll, ohne sich zu wiederholen. Letzteres liegt daran, dass sich der Meister selbst allmählich fast schon penetrant beginnt, sich ständig selbst zu kopieren.

Gut, das ist sicherlich etwas, dass man vielen Bands, die ihrem Stil irgendwo treu zu bleiben versuchen, vorwerfen kann, aber bei Neal Morse beginnt es mich allmählich wirklich zu langweilen, vielleicht weil ich von dem ehemaligen Spock’s Beard Mastermind auch deutlich mehr Innovation und künstlerischen Überfluss erwarte, als von einer x-beliebigen Feld, Wald und Wiesen Rock-Band. Diese Erwartungen werden auf „Sola Scriptura“ definitiv einfach wieder einmal enttäuscht, denn wirklich Neues ist dem Herrn hier nicht eingefallen. Im textlichen Mittelpunkt steht zum x-ten Male das große Grundthema, das Morse nun schon seit einigen Jahren zu seiner Musik inspiriert und ihn anscheinend auch bis zur Selbstaufgabe beherrscht, nämlich sein Glaube im Allgemeinen und seine Faszination an der Person Martin Luther’s im Speziellen. Diesen Themen huldigt er auf dem aktuellen Release in insgesamt drei Stücken epischer Länge, die allerdings in sich noch einmal in Untertitel eingeteilt wurden, und einer gerade mal fünfminütigen Ballade namens „Heaven in My Heart“, in der er sich gemäß eigener Aussage versucht hat, in die Situation Martin Luther’s in seiner Zelle in Worms in Erwartung seines Prozesses hinein zu denken. Und musikalisch bietet er dazu progressive Hausmannskost, die zwar technisch gut dargeboten wird, aber über die gesamte Albumlänge ohne nennenswerte Überraschungen auskommt. Ich will Neal Morse hier keinesfalls schlecht reden, denn musikalisch bewegt er sich auch bei „Sola Scriptura“ wieder einmal auf gewohnt hohem technischen Niveau, hat noch dazu auch eine gute Mannschaft für seine Platte gewinnen können und präsentiert sich und seine Songs mit einer guten Produktion im Kreuz im ansprechend starken Soundgewand. Dennoch würde ich mir wünschen, dass er allmählich mal die leicht ausgelatschten Pfade auch wieder verlässt und sich zum nächsten Album endlich mal wieder frischer und vor allem abwechslungsreicher präsentiert.

Fazit: Technisch perfekt dargebotene Mucke, fetter Sound, aber maues Konzept und wenig Abwechslung, so lässt es sich auf wenige Worte zusammenfassen und macht für mich in der Summe 8 bodenständige Punkte!

www.nealmorse.com

No Comments »

No comments yet.

RSS feed for comments on this post. TrackBack URI

Leave a comment

Verwandte Artikel

Weitere Artikel des Autors

Aktuelle News

Aktuelle Artikel

Navigation


© Dirk Janßen, Webdesign, Webanwendungen & Content Management Systeme.

Sound Base Online Magazin Powered by WordPress - Inhaltsverzeichnis