Jetzt wird sie wieder angeschmissen, die Hypemaschinerie. Mumm-Ra schicken sich an erst Europa zu erobern und danach bestimmt die ganze Welt. Nun werden also allerorten wieder die Schubladen geöffnet und die ganzen Phrasen um die „größte Band seit den Beatles“ hervorgeholt. Bei Mumm-Ra bekommt man gleich noch ein paar abenteuerliche Geschichten dazu geliefert. Da gibt es die Mär um einen ehemaligen Sitarspieler der Band, der nach einem Auftritt spurlos verschwunden ist und von da an nie wieder gesehen wurde, ein ehemaliger Keyboarder sitzt wegen Raubüberfall hinter schwedischen Gardinen und während eines Konzerts hat sich ein weiblicher Fan wohl versucht das Leben zu nehmen. Dazu gibt es noch jeder Menge anderer Dinge aufgetischt, die man glauben kann und darf, man kann es aber auch gleich sein lassen und sich auf das eigentliche Thema konzentrieren. Nötig hat die Band diese ganze Masche jedenfalls nicht, die Musik spricht eigentlich für sich selber. Zudem gibt es die Band ja nicht erst seit gestern, sondern bereits seit sieben Jahren, auch wenn die Jungs jetzt erst 21 Lenze zählen. Einen Namen haben sie sich schon mit gemeinsamen Touren der Kaiser Chiefs und The Kooks gemacht.
Nun liegt also (endlich) das Debütalbum vor. Aufgenommen haben sie das Teil in Spanien, genauer gesagt in Granada. Unterstützung holten sie sich von der Produzentenlegende Youth. Herausgekommen sind 45 Minuten und elf Songs allerfeinster Popmusik. Schon der Albumopener „Now Or Never“ lässt nach verhaltenem Beginn die ganze Euphorie auf den Hörer los. Mit jugendlichem Elan prescht die Band in der Folgezeit durch ihren, ähm, Powerpop. Fein, sehr fein. Neben Melodien, die einen den ganzen Tag begleiten werden, setzen sich die Refrains wie z.B. bei „Out Of The Question“ in den Gehörgängen und im Kopf fest. „These Things Move In Threes“, „She´s Got You High“ hier ist jeder Song ein Treffer und ein potenzieller Hit und Single. Ab und an droht die ganze Geschichte etwas aus dem Ruder zu laufen und etwas zu bombastisch zu werden. Irgendwie kriegen die Jungs aber immer wieder die Kurve, wie z.B. beim Kracher „Song B“ oder wie bei „The Sick Deal“ kurz bevor es zu sehr in eine eher unschöne Queen-Richtung abdriftet. Dass Mumm-Ra auch die etwas leiseren Töne beherrschen beweisen sie mit „Light Up This Room“. Der Gesang kommt hier allerdings etwas drucklos daher, plätschert insgesamt so vor sich hin. Dass sie dies besser können stellt die Band mit dem dunklen Albumabschluss „Down Down Down“ unter Beweis.
Fazit: „These Things Move In Threes“ ist genau das richtige Album zur rechten Zeit. Es wird wieder wärmer oder besser heißer draußen, der Sommer lugt nicht nur zum Fenster rein, sondern macht es sich schon in den eigenen vier Wänden gemütlich und was könnte da besser passen als dieses Album? Als dieses Sommeralbum! Ein Album für das Schwimmbad, den Baggersee, als Begleiter für einen sonnigen Tag, eine Einstimmung für den abendlichen Biergartenbesuch und und und. Eine neue Lieblingsplatte ist gefunden – jedenfalls für den Moment. Das ganze andere Drum und Dran kann sich die Band schenken. Geschichten braucht es nicht! Die Musik reicht völlig aus, damit Mumm-Ra sich in den Köpfen der Leute festsetzen. So nun aber genug geschrieben, der Sommer in Form von „These Things Move In Threes“ will wieder genossen werden!