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Mother Hips: Kiss The Crystal Flake

(Blue Rose/Soulfood)

Autor: schlimm / Wertung: 8,5 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Wer die sechziger und siebziger Jahre musikalisch verehrt und dazu auch einem Schuss Indiemusik aus dem Hier und Jetzt nicht abgeneigt ist, dem muss man Mother Hips sicher nicht mehr vorstellen. Längst ist die Band in Sammler- und Liebhaberkreisen mehr als nur ein Geheimtipp. Freilich wird die Band der großen Masse immer verborgen bleiben, daran wird auch ihr aktueller Longplayer „Kiss The Crystal Flake“ wenig ändern. Die Gehörgewohnheiten eines Breitenpublikums sind halt anders geartet. Aber so lange es Bands wie diese hier gibt, die, nennen wir es mal, ehrliche und handgemachte Musik auf einen Silberling presst, ist die Welt noch nicht verloren.

„Kiss The Crystal Flake“ hat wieder alle Mother Hips Zutaten zu bieten. Auch mit ihrem sechsten offiziellen Album in fünfzehn Jahren tobt sich der Vierer wieder auf der großen Spielwiese von Westcoast-Rockmusik, angereichert mit Folk-, Americana- und Collegerockelementen aus. Insgesamt haben es zwölf Songs auf das Album geschafft. Mal geht es entspannt zu, wie auf dem veritablen Mitdtempostück „Let Somebody“, welches zudem noch mit schönem Harmoniegesang besticht, mal eher rockig in der Tradition eines Tom Petty & Heartbreakers wie bei „Confrimation Of Love“. Alternativ angehaucht im Wilco-Stil geht es z.B. bei „Not So Independent“ zur Sache. Groovig und arschcool kommt dann plötzlich „White Headphones“ um die Ecke. Ein Song, der den Stones so sicher auch gut zu Gesicht stehen würde. Ganz groß die Nummer. Die beiden Frontmänner Tim Bluhm und Greg Loiacono haben wieder das komplette Material geschrieben und zwar jeder für sich. Logisch, dass jeder dann auch seine eigenen Songs singt. Paul Hoaglin am Bass und John Hofer am Schlagzeug breiten den beiden Sängern und Gitarristen dazu den entsprechenden Klangteppich aus und fertig ist ein wirklich sehr rundes Album

Fazit: „Kiss The Crystal Flake“ braucht ein bisschen Zeit bis es in seiner Gänze zündet. Am Anfang plätschert es so vor sich hin, ohne dass (zumindest bei mir) viel hängen bleibt. Das Album braucht aber auch die volle Aufmerksamkeit des Zuhörers, denn hier gibt es eine Menge zu entdecken und jeder Menge ungeschliffene Ecken und Kanten, die aber etwas tiefer unter der Oberfläche brodeln und nicht sofort präsent sind. Wenn man sich drauf einlässt, kann man hier musikalisch sehr viel schöner Momente entdecken und was absolut unüblich ist, das Album wird nach hinten raus immer stärker. Da gibt es keine Füller, so als ob einer die Band von der Kette gelassen oder die Handbremse gelöst hätte. Wer sich dazu noch die limited Edition gönnt, der wird mit einer absolut sehenswerten DVD belohnt. Hier gibt es jede Menge Hintergrundinfos, sechs komplette Songmitschnitte und und und. Also nicht lange überlegen, zuschlagen!

www.motherhips.com

 

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