Nach den aufeinanderfolgenden Verlusten der fantastischen Frontfrauen Skye Edwards und Daisy Martey müssen sich die Gründungsväter Morcheebas, Paul und Ross Godfrey, schon etwas einfallen lassen, um an Superhits wie ‚Rome wasn’t built in a day’ anknüpfen zu können. Auf dem nunmehr sechsten Album versucht man dies neben vermehrten poppigen Klängen vor allem mit dem Einsatz verschiedener Interpreten. So sind auf Dive Deep neben dem Norweger Thomas Dybdahl beispielsweise auch Judie Tzuke und der Rapper Cool Calm Pete vertreten.
Die vakante Stelle mit einem Rapper zu besetzen mag bei Morcheeba-Fans zunächst ein Stirnrunzeln hervorrufen, ‚One Love Karma’ ist jedoch mit seiner atmosphärischen Leichtigkeit eines der stärksten Stücke auf Dive Deep. Ebenso wissen auch ‚Blue Chair’ und der Opener ‚Enjoy The Ride’, beide vorgetragen von der britischen Sängerin/Songschreiberin Judie Tzuke, mit ihrer stimmungsvollen Leichtigkeit zu überzeugen. Bei diesen beiden Vokalisten geht das Konzept der Gastsänger auch am ehesten auf. Bis auf die beiden fluffigen Instrumentaltracks bleiben alle weiteren hingegen nicht besonders lange in den Gehörgängen hängen. Vor allem das belanglose Stück ‚Au-delà’ hätte man sich sparen können. Auch wenn die Story hinter der Sängerin Manda, die sich über das moderne Jobcenter MySpace bei Morcheeba bewarb, interessant klingt, mit seinem schlurfenden Tempo erinnert der Track doch eher an die Begleitmusik einer Seifenblasennummer im Zirkus.
Mit dem Neuanfang haben Morcheeba ein Album abgeliefert, das weder gut noch schlecht ist, und somit bedauerlicherweise im „Ganz-Nett-Kosmos“ verweilen muß. Hoffen wir einfach auf bessere Zeiten.