Holland ist ja nicht gerade als Musikerland bekannt. Mit Moke kommt nun allerdings eine Band daher, die das Zeug zum internationalen Durchbruch hat, im Grunde aber schon längst den Status des Geheimtipps abgelegt hat. Karl Lagerfeld zählt schon zu den Sympathisanten, Paul Weller ist schön längst Fans, sie tourten schon mit Keane, Razorlight und The Kooks und die holländischen Fußballfans kennen die Band sowieso, wurde doch die Champions League im dortigen Fernsehen mit der Musik von Moke beschallt.
Viel Hype für eine junge und aufstrebende Band. Kann die Musik da überhaupt Schritt halten? Sie kann und wie! Das Debütalbum „Shorland“ ist durch die Bank gut. Einzusortieren sind Moke mit ihrem düster angehauchten und melancholischem Grundton irgendwo zwischen Interpol und den Editors. Keine Angst, Moke klingen nicht wie eine schlechte Kopie, sondern sie fahren ihren ganz eigenen Film – nur eben in die Richtung, die auch die beiden vorgenannten Bands eingeschlagen haben.
Mit „This Plan“ wird das Album dann mit schwermütigen Pianoklängen eröffnet, kommt aber dann recht schnell sehr druckvoll aus den Boxen – der melancholische, fast düstere Grundton bleibt allerdings. Der Song ist jedenfalls der perfekte Einstieg in die noch unbekannte Welt von Moke und macht richtig Lust auf die gesamte Scheibe. Musikalisch gibt es hier jedenfalls genug zu entdecken, die Produktion kann sich hören lassen und auch die gesangliche Umsetzung erzeugt einen guten Spannungsbogen. Der wird auch mit „Last Chance“ gehalten und die musikalische Grundausrichtung ist weiterhin mit einer melancholischen Note versehen – ohne allerdings auf die rockigen Elemente zu verzichten. Einen kleinen Hoffnungsschimmer für alle verlorenen Seelen bietet anschließend „Emigration Song“. Natürlich haben Moke mit der Nummer keinen Surfsong für die sonnigen Tage aufgenommen, aber doch scheint es etwas Licht am Ende des Tunnels zu geben und eine etwas positivere Stimmung breitet sich aus.
„Here Comes The Summer“ geht danach in die Vollen und klingt wie ein Song, den Joy Division nie aufgenommen haben. Moke machen auf „Shorland“ wirklich eine ganze Menge richtig und selbst Rührseliges wie „Rule The World“ wird nicht komplett in den Sand gesetzt und dass sie sich auf dieser Spielwiese auch zurechtfinden stellen sie mit dem irisch angehauchten „The Long Way“ dann ja auch noch unter Beweis. „We´ll Dance“, „Only One I Had“ und das akustische und schöne „The Song You Sing“ werden die Musikwelt nicht in den Grundfesten erschüttern, können aber für den Augenblick vollauf überzeugen. Selbst eine Hymne vom Schlage „Bygone“ ist durchaus gelungen und der Kehraus mit „Heart Without A Home“ entlässt den Hörer mit dem guten Gefühl ein gelungenes Debütalbum im Player zu haben. Was auffällt: Die Scheibe beginnt düster und depressiv, entwickelt sich im weiteren Verlaufe aber immer mehr zu einer musikalisch positiven Stimmung. „Shorland“ hat den berühmten roten Faden zu bieten – schafft ja auch nicht jeder.
Fazit: Moke legen mit „Shorland“ ein gelungenes Debütalbum vor und dürften in der Indiewelt mit offenen Armen empfangen werden. Die Band macht zwar nichts Neues, aber was sie tun hat Hand und Fuß. Moke sollte man ab jetzt auf der musikalischen Landkarte markieren!
