Modest Mouse ist schon so was wie eine Indieinstitution. Gegründet hat sich die Band bereits im Jahre 1993. Das Trio hat seinen Bandnamen übrigens aus „The Mark On The Wall“ von Virginia Woolf entliehen. In den folgenden Jahren sollte es die ein oder andere Neu- und Umbesetzung der Band geben. Mittlerweile hat man mit Johnny Marr von The Smiths ein sehr prominentes Mitglied in seinen Reihen. Jedenfalls lässt die Band verlauten, dass der gute Johnny nun vollwertig zur Band gehöre. Nun denn, das lässt immerhin auf allerfeinste Gitarrenkünste hoffen.
„We Were Dead Before the Ship Sank” wird (hoffentlich) noch für viel Aufmerksamkeit sorgen. 63 Minuten allerschönster, ja was eigentlich? Indie-Rock? Indie-Pop? Oder doch ohne Indie? Ist eigentlich auch egal wie man dieses Gebräu hier nennt, benennt oder in welche Schublade man die Band und ihr Album pressen möchte. Es ist Musik wie sie heute nur noch selten zu hören ist. Jedes Jahr kann man immer eine dieser kleinen Perlen entdecken, der in den seltensten Fällen große Aufmerksamkeit im Radio oder Fernsehen zu Teil wird. Die Frage nach dem „Warum eigentlich“ stellt sich nicht. Diese Perle passt halt in keine Schablone und in kein Format. Erstaunlich, dass es mit dem neuesten Streich von Modest Mouse nun schon recht früh im Jahr genau diese Perle gibt. Mitreißender, verstörender, rockiger, punkiger, schräger und großartiger kann eigentlich dieses Jahr keine Scheibe mehr werden. Treibende Drums und pumpender Bass treffen hier auf Fiddle und Akkordeon. Dazu gibt es den charakteristischen Gesang von Brock, der flüstert, schreit, leidet, einfach die ganze Gefühlswelt durchlebt. Die Gitarren dengeln dann noch was das Zeug hält und fertig ist das Feinschmeckermenü. Mit „Dashboard“ hat man dazu dann noch einen großartigen Song, der eigentlich ein Hit werden müsste mit an Bord. Ruhige Momente gibt es natürlich auch, man höre sich da nur „Fire It Up“ an, welches mit dezenten Elektrobeats aufwarten kann. Eigentlich wird es der Platte aber nicht gerecht jetzt hier einen einzelnen Track hervorzuheben. Das Album kann nur als Gesamtheit gesehen und verstanden werden. Natürlich ist hier auch nicht immer alles Gold was glänzt und zwei bis drei Momente sind sogar regelrecht misslungen, aber das sind nur Momentaufnahmen. So lange unter dem Strich ein so großartiges Album herauskommt nimmt man das doch gerne in Kauf.
Fazit: „We Were Dead Before the Ship Sank” hat so viele aufregende Momente und vor allem spannende Wendungen jenseits der konventionellen Methode Strophe/Refrain/Strophe, dass es eine wahre Freude und Wonne ist. So lange es solche Musik gibt, braucht man sich um die Zukunft guter und handgemachter Platten keine Sorgen mehr machen. Das Jahr 2007 hat musikalisch somit schon einen Höhepunkt mit dickem Ausrufezeichen zu bieten!
