Die Italienerin und in Berlin lebende Caterina Barbieri dürfte eine der größten musikalischen Überraschungen für den Indie-Folk des Jahres 2009 werden. Unter dem Namen Missincat hat sie nun ihr Debütalbum „Back On My Feet“ eingespielt. Die zwölf kleinen und großen Songs kommen zwar nur auf ein Spielzeit von knapp 33 Minuten, aber die haben es wirklich in sich.
Schon der Titelsong lässt aufhorchen. Die Multi-Instrumentalistin überzeugt mit einer bezaubernden Stimme. Dieses akustische Kleinod holte den Zuhörer – bildlich gesehen – aus dem Winterschlaf. Der Frühling hält wieder Einzug in die eigenen vier Wände. „Inside My Heart“ ist da schon etwas verschrobener, gar verspielter, aber nicht minder spannend. Auch „Shoot!“ verfolgt diese Richtung weiter und zaubert dem Zuhörer nicht nur ein Lächeln auf die Lippen, sondern auch die Sonne ins Herz.
Auch die melancholischen Zwischentöne von „If I Could Change The End“ sind äußerst gelungen und hier wirkt selbst ein Glockenspiel nicht deplatziert. „Everything“, „Just For Love“ oder „Never Kiss You Again“ halten das Niveau nicht nur hoch, sondern erwecken langsam den Eindruck, dass sich die Scheibe auch nicht hinter anderen großen des Genres verstecken muss. Als Referenzen kommen einem da Conor Oberst, Leonard Cohen, Elliott Smith, aber auch eine Ingrid Michaelson in den Sinn. Bei „Absent Minded“ gibt es dann auch mal eine elektrifizierte Instrumentierung, die aber auch ganz vorzüglich zum Gesamtklangbild der Scheibe passt. Überhaupt ist das Werk sehr homogen geraten. Nach den letzten Tönen von „Say To Me“ ist man geplättet von den vielen kleinengroßen Momenten der Scheibe.
Fazit: „Back On My Feet“ ist ein wundervolles Debütalbum, welches Freunde des gepflegten Indie-Folks ganz sicher verdammt glücklich machen wird. Kein Album für das Radio, aber ein Album welches Suchtpotenzial hat und einem den Tag verschönert! Danke!
