Die Karriere von Michael Bolton verlief bis jetzt immens erfolgreich. Bisher konnte er mehr als 53 Millionen Tonträger an die Frau und den Mann bringen und zahlreiche Auszeichnungen pflastern seinen Weg. Den wichtigsten Musikpreis der Welt, den Grammy Award, konnte er gleich zweimal einheimsen. Zahlreiche Arbeiten für und mit anderen Künstlern der ersten Liga durchziehen ebenfalls seine künstlerische Laufbahn. So mancher Hit ist dabei abgefallen, kurzum, Michael Bolton zählt zu den ganz Großen. Mit „One World One Love“ liegt nun sein neues Album in den deutschen Läden und vermutlich wird sich auch dieses Werk wie warme Semmeln verkaufen.
Bolton hat sich für dieses Album das Ziel gesteckt, dass es bewegende und positive Popsongs enthalten und zudem noch zeitgenössisch klingen sollte. Hört man sich das „One World One Love“ an, dann muss man konstatieren, dass er dieses Ziel erreicht hat. Zeitgenössische Popmusik vereint diese Scheibe allemal und klingt damit leider wie so vieles im amerikanischen Popeinheitsbrei. Musik die nicht sonderlich spannend und innovativ ist, unter dem Strich zwar auch keinem weh tut, aber die man auch schnell wieder vergessen hat.
Die Arbeiten mit Ne-Yo und Lady Gaga entpuppen sich da auch nicht unbedingt als Frischzellenkur. Dabei fängt es noch ganz vielversprechend an. „Ready For You“ ist zwar ein Schmachtfetzen wie er im Buche steht, hat aber einige Elemente zu bieten, die gar an Sting erinnern. Die Popnummer „Just One Love“ hat zumindest etwas Pepp zu bieten und lebt eindeutig vom Refrain, welcher sich in hymnenhafte Gefilde aufschwingt. Mit „Need You To Fall“ schließt sich dann die erste richtige Ballade an, da kann auch die moderne Beatausrichtung nicht drüber hinwegtäuschen. Fans kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten, denn dafür haben sie Michael Bolton sicher ganz fest in ihr Herz geschlossen. Danach wird es dann leider etwas beliebig, langweilig und austauschbar. „Hope It´s Too Late“, „Can You Feel Me“ oder auch “The Best“ rauschen an einem vorbei. Da hilft es auch nicht, dass bei letztgenannter Nummer Ne-Yo mit von der Partie ist. Willkommen im amerikanischen Mainstream! Mittlerweile gewinnt man immer mehr den Eindruck, dass sich nur noch die Interpreten ändern und vielleicht die Texte noch marginal verändert werden – der große Rest hört sich alles wie gehabt an. Immerhin ist die Coverversion der Terence Trent D´Arby Nummer „Sign Your Name“ halbwegs geglückt. Bolton verleiht dem Song einen Latino-Einschlag, kriegt selbigen aber natürlich nicht klein.
Fazit: Wer auf Popmusik ohne sonderlich viel Tiefe und Anspruch abfährt, der ist bei dem neuen Album von Michael Bolton goldrichtig. „One World One Love“ klingt wie so vieles aus dem amerikanischen Mainstreambereich und ist ein bisschen wie ein Kaugummi. Zunächst schmeckt das alles noch frisch, verliert aber ziemlich schnell seinen Reiz und mehrmals verwendet man es bestimmt nicht. Wegwerfpop – wem es schmeckt – zugreifen.
