Rezensionen

miLů: No Future In Gold

(Drakkar/BMG)

Autor: DJ / Wertung: 9.0 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Bild von miLů - No Future In Gold„Schöne Frauen, schöne Stimmen, schöne Songs“. Das geht nicht immer auf, zumal es den Gegenschluss zuließe, dass Frauen, die allgemein nicht als hübsch betrachtet werden, keine guten Lieder zu schreiben und zu singen fähig sind. Bei Anke Hachfeld, Sängerin von Mila Mar, trifft es aber auf ihrem Solo Debüt zu. Die Dame ist verschlossen hübsch, nicht aufdringlich in ihrem Aussehen. Und das trifft auch auf ihre Stimme und auf ihre Songs zu. Songs, die sich allesamt zwar als Elektro-Pop präsentieren, aber bewusst die gängigen Klischees umschiffen, ohne aber vollkommen verfahren zu wirken und eine gewisse Eingängigkeit einzubüßen.

Schon die Charity Single Aus Gold im Duett mit Heppner und Kim Sanders wusste seinerseits ja durch ihren emotionalen Ausdruck und ihre traurig-schöne Harmonien zu überzeugen. Auf No Future in Gold regieren aber nicht nur Trübsaal, sondern verschiedene Stimmungen und damit auch verschiedene Stimmen. Da gibt es mit dem Opener Freiheit eine Nummer, bei der der Einsatz von Kinderreimen an Kate Bush erinnert. Der Refrain von Schnappschuss baut sich gewaltig wie ein ägyptischer Tempel auf, in dessen Auge Anke Hachfeld mit der Stimmgewalt einer Nina Hagen thront. Versöhnlich, aber philosophisch klingt Du Mensch, ebenfalls bekannt von der Aus Gold- Single. Erzählend, gespielt, beinahe wie ein nachgesprochenes Märchen folgt dem Zeitwaise, bevor Nimm mich erstmals leichte Töne anstimmt. Einen wirklich getragenen Moment erlebt der Hörer bei Nie genug, bevor es mit dem Titeltrack wieder etwas dramatischer wird. Unter meiner Haut ähnelt von der Machart dem erwähnten Zeitwaise. Daneben gibt es noch die Songs Lustschmerz, Du bist schön und eine Coverversion von Mein Freund der Baum, die mir persönlich aber alle hinter den Standard der Platte zurückfallen.

Insgesamt präsentiert sich damit eine vielseitige, interessante und hörenswerte Platte, der aber dennoch etwas Farbe und Durchschlagskraft fehlt. Dies führe ich auf die sterile Produktion zurück, die der CD etwas Leben und Herz kostet.

No Comments »

No comments yet.

RSS feed for comments on this post. TrackBack URI

Leave a comment

Weitere Artikel des Autors

Aktuelle News

Aktuelle Artikel

Navigation


© Dirk Janßen, Webdesign, Webanwendungen & Content Management Systeme.

Sound Base Online Magazin Powered by WordPress - Inhaltsverzeichnis