Zu Metallica bedarf es eigentlich keiner erklärenden Worte mehr. Die Band ist weltweit bekannt und hat rund um den Globus eine riesige Fangemeinde. Da sprechen auch die über einhundert Millionen verkaufter Alben eine mehr als deutliche Sprache. Auch mit ihren Live-Auftritten überzeugte die Gruppe immer wieder die Massen. Damit dürften sie mittlerweile zu einer aussterbenden Gattung gehören, es gibt jedenfalls nicht mehr sehr viele im Rockbereich, die riesige Stadien ausverkaufen. Nun bekommt die Band also ihren eigenen, amtlichen Fotoband und das wurde auch verdammt noch mal Zeit!
In diesem hochwertigen Prachtband (man muss es an dieser Stelle so formulieren, eine Nummer kleiner wäre schon gelogen) kann man Fotos von den ganz frühen Bandtagen bis zum Jahre 1996 bewundern. Verantwortlich dafür ist kein geringer wie Ross Halfin. Der legendäre britische Fotograf zeichnete sich nicht nur für verschiedene Fotoshootings verantwortlich, sondern begleitete Metallica auch zwischen 1983 und 1996 bei vielen Konzerten und Tourneen. Der Mann reist halt gerne, denn auch Iron Maiden hat er schon in den 70ern seine Aufwartung gemacht und gondelt auch heute noch mit der Kappelle kreuz und quer über den Erdball. Halfin ist also bereit für die Musik, die er liebt, einiges an Strapazen in Kauf zu nehmen. Genau diese Liebe merkt man dem vorliegenden Werk auch an.
Das Vorwort kommt aus höchst berufenem Munde - nämlich von Kirk Hammett. Er selber drückt seine Bewunderung für den Fotografen mit folgenden Worten aus: „Ross besitzt die bemerkenswerte Fähigkeit, den richtigen Moment festzuhalten und wenn ich zurückblicke und mir die Fotos ansehe, erinnern sie mich daran, wie viel Spaß wir doch dabei hatten“. Diesen Spaß sieht man den Bildern zum Teil auch deutlich an und der überträgt sich sogar auf den Betrachter. Dass Metallica selber immer sehr angetan waren von dem Endergebnis, sprich den Bildern, kann man ohne Zweifel an folgendem Statement von Hammett ablesen: „Alles, was wir jetzt tun müssen, ist Ross zu überreden, wieder mit uns zu arbeiten“.
Fans der ersten Stunde dürften ihre helle Freude an dem Werk haben. Die Cliff Burton Ära findet nämlich auch die entsprechende Würdigung und Anerkennung. Sowohl auf Bandfotos, wie auch auf Einzelporträts kommt der bei einem tragischen Unfall ums Leben gekommene Bassist zur Geltung. Ausführlich kann man danach noch mal den ganzen Wahnsinn um das schwarze Album und die „Wherever We May Roam-Tour“ bewundern. Besonders die Live-Bilder geben nicht nur einen guten Einblick in die Live-Aktivitäten, sondern lassen den Betrachter regelrecht in diese intensive Atmosphäre eintauchen und förmlich noch mal teilhaben an der Tour. Halfin schafft es mit seinen Fotografien regelrecht die Tour wieder zum Leben zu erwecken und man selber ist mittendrin.
Für eine solche Mammuttournee und deren gutes Gelingen zeichnen sich natürlich auch eine Menge weitere Personen verantwortlich. Sehr schön, dass hier auch die Crewmitglieder nicht zu kurz kommen und man anhand des Bildmaterials das zum Teil sehr herzliche Verhältnis von Band und ihren Helfern sieht. Auch diese Aufnahmen lassen einen tief eintauchen in den Kosmos Metallica. Sehr ausführlich wird auch der Aufenthalt der Band in Japan dokumentiert. Man sieht förmlich, dass sich die vier Jungs fast wie auf einem anderen Planeten vorkommen. Diese Momente mit einer Kamera einzufangen und festzuhalten bedarf schon eines ganz besonderen Gespürs und ist die hohe wie große Kunst der Fotografie. Ross Halfin beherrscht diese anscheinend perfekt.
Das Kapitel „Dies und Das“ zeigt die Band in verschiedenen (Lebens-)Situationen. Zum Teil sind die Bilder schwarzweiß gehalten, was noch mal eine ganz besondere Atmosphäre erzeugt. Danach wird James Hetfield, Kirk Hammett, Jason Newsted und Lars Ulrich je ein eigenes Kapitel gewidmet bevor es dann mit Poor Touring Me-Tour in die letzte Runde geht.
Fazit: Der Leser und Betrachter ist hier hautnah dabei, wie aus einer jungen und aufstrebenden Band eine Gruppe mit Weltruhm wird. Man ist dabei, wie aus Jungs erwachsene Männer werden. Bessere Aufnahmen von Metallica wird man kaum finden. Man war nie näher an der Band. Halfin selber lässt hier seine Fotos sprechen und kommentiert die einzelnen Aufnahmen nur soweit wie nötig, dann aber immer treffend und mit dem entsprechenden Wortwitz. Die liebevolle Gestaltung und Aufmachung könnte ebenfalls nicht besser sein. Ein Fotoband zum hinknien und dem ein Platz ganz weit vorne im Metallica-Schrein reserviert werden muss! Bleibt zu hoffen, dass Halfin noch viele Aufnahmen mit dieser Band macht und irgendwann Teil 2 folgt.
Der Leser und Betrachter ist hier hautnah dabei, wie aus einer jungen und aufstrebenden Band eine Gruppe mit Weltruhm wird. Man ist dabei, wie aus Jungs erwachsene Männer werden. Bessere Aufnahmen von Metallica wird man kaum finden. Man war nie näher an der Band.
Ich weiß nicht, ob ich ganz nah an den pickeligen James Hetfield möchte. Wenn ich da einmal an die Bandphotos denke, wie sie auf der Kill em all zu finden sind.
Gibt es auch Bilder von Dave Mustaine?
Comment by DJ — February 26, 2007 @ 4:06 pm
Ja, manche Nahaufnahme würde ich mir echt auch gerne ersparen…die von dir genannten gehören mit Sicherheit dazu
Und Torsten…gibts für DJ und mich auch nette Pics vom Dave?
Comment by Katze — February 26, 2007 @ 4:11 pm
Habe ich was vom Dave geschrieben ;)? Nein!
Comment by TS/schlimm — February 26, 2007 @ 9:51 pm
Und wie konnte dieser unvollständige Bildband dann 12 von 12 Punkten abstauben???
Comment by Katze — February 26, 2007 @ 9:58 pm
Hat Dave Mustaine nicht Metallica gegründet?
Comment by DJ — February 26, 2007 @ 10:16 pm
Ach ja, ist Kirk Hammett heute nicht Hauptsongwriter von Tokio Hotel und nebenbei Gitarrist bei Kelly Clarkson?
Comment by DJ — February 26, 2007 @ 10:17 pm
Ich meine mich zu erinnern, dass Dave Mustaine Metallica nicht nur gegründet hat, er hat Metallica beigebracht, wie man die Instrumente spielt und wie man sich wie ein Rocker benimmt. Und er hat James mit Wässerchen für die Hautunreinheiten versorgt. Außerdem hat er den Jungs bei seinem Abschied meines Wissens nach Songmaterial bis zum schwarzen Album dagelassen. Was passiert ist, als das aufgebraucht war, wissen wir ja dank ‘Load’, ‘Reload’ und ‘St.Anger’ inzwischen alle… ROFL!!!
Comment by Katze — February 26, 2007 @ 10:35 pm
Ja, aber das schwarze Album war ja nur B-Seiten Material, was Dave an einem Sonntagmorgen geschrieben hat.
Comment by DJ — February 26, 2007 @ 10:50 pm
Was so möchtegern hardcore Megadeth fans teilweise fürn Blödsinn raushaun is schon bemerkenswert.
Songmaterial bis zum Black Album - dass ich nicht lache
HAHAHAHAHAHAHA
Comment by strickjaeckchenhendrix — January 15, 2008 @ 9:56 pm