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Mental Tearing After 9: Your Beats Starts Missing A Heart

(NKRC Records)

Autor: schlimm / Wertung: 8 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Mental Tearing After 9 – kurz MTA 9 – haben ja fast schon eine bewegte Karriere hinter sich. Die Band hat es sogar schon zu einem Samplerbeitrag bei den Kollegen von Visions geschafft. Sogar die Visions-Sessionsbühne auf dem Bizarre-Festival durften sie schon so gekonnt musikalisch bearbeiten, dass sie ein Jahre später – wir schreiben das Jahr 1999 – auf der großen Bühne des Bizarre für Furore sorgten. Es bahnte sich sogar eine kurze Liebesaffäre mit dem allseits geschätzten Label Epitaph an. Warum, wieso, weshalb daraus dann nichts geworden ist, konnte nicht überliefert werden, vielleicht liegt es auch einfach daran, dass die Band nicht gerade eine Fülle von Alben aufnimmt. „Your Beats Starts Missing A Heart“ ist nämlich erst das zweite Album. Mittlerweile sind sie bei den sympathischen Saarländern von NKRC Records gelandet.

Es gibt sicher viele Gründe, warum die Band nicht schon längst mit viel mehr Alben die Welt zumindest musikalisch ein kleines bisschen besser gemacht hat. Faulheit? Vielleicht! Von irgendwas muss man aber auch schließlich leben und wenn man seinen Lebensunterhalt eventuell mit anderen Dingen bestreiten muss, dann bleibt eben weniger Zeit für die Musik. Warum das allerdings bisher nicht so recht geklappt hat, erschließt sich nicht unbedingt. Jedenfalls nicht, wenn man sich „Your Beats Starts Missing A Heart“ zu Gemüte führt. Die Scheibe ist nämlich wirklich gut.

Schon der Opener „The Sunday Belly“ unterstreicht, dass hier einer sein Indieherz an der richtigen Stelle hat. Vielleicht ist es die Stimme, vielleicht auch die Musik, aber spätestens bei „Written On A Shirt“ kommen einem zum Teil die großartigen The Notwist in den Sinn. Der Unterton ist bisweilen melancholisch angehaucht. So lange die Gitarren allerdings so schön lärmen, verbietet sich jeder Anflug von Kitsch. Zwischendurch gibt es dann sogar ein Brecher vom Schlage „That Thing Has Jaws“. Sehr passend um sich mal kurz Gehirn und Gehörgänge freipusten zu lassen. Dass MTA9 ein feines Händchen fürs Songwriting haben, zeigt der schöne Spannungsbogen von „Beat My Heart“. Mit „Someone To Feel“ legen sie sogar einen kleinen Indiehit vor.

Fazit: „Your Beats Starts Missing A Heart“ ist wie nach Hause kommen. Irgendwie hat man bei der Scheibe ständig das Gefühl, dass dem deutschen Indiegenre hier wieder ein Baustein zurückgegeben wird, den man, ohne es zu wissen, so lange vermisst hat. Jetzt aber nicht wieder zehn Jahre mit der nächsten Scheibe Zeit lassen!

http://www.mta9.de/

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