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Menomena: Mines Tipp
(City Slang/Universal)


Autor: schlimm / Wertung: 10,5 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Kann es eine liebevollere und putzigere Bekundung des Stolzes, des Glücks und der schieren Freude geben, wie die von City Slang über das neue Album von Menomena? Klar, in den berühmt und berüchtigten Waschzetteln wird das gerade angepriesene Werk von den Labels und Promotern immer über den grünen Klee gelobt und mal ehrlich, die Dinger sind meist wesentlich brauchbarer wie ihr Ruf, aber das hier schlägt alles. Und mag man innerlich noch so sehr lächeln, so ist hier jedes Wort wahr.

Menomena aus Portland haben mit „Mines“ nämlich ein verdammt gutes Album abgeliefert. Ach was, ein sehr gutes sogar! Vielleicht wird dies sogar als das beste in die Geschichte der dreier Bande eingehen. Hört man sich die elf Songs an, dann ist es schon sehr beachtlich, was diese Combo da auf die Beine gestellt hat. Vielseitigkeit hat ab jetzt einen neuen Namen. Wo sich andere in Instrumentenwichserei ergehen, setzen Menomena jeden Ton an die richtige Stelle. Unter dem Strich ergibt dies ein ungemein dichtes, intensives und atmosphärisch stimmiges Werk.

Es kommen einem ganz viele Bands in den Sinn – sei es Built To Spill, Broken Social Scene oder Tortoise. Hört man sich die Songs genauer an, dann kristallisiert sich aber noch ein ganz anderer Vergleich heraus. Vielleicht ist „Mines“ sogar das Album, welches Damon Albarn immer aufnehmen wollte. Gerade „Five Little Rooms“ lässt in dieser Hinsicht eine (ungewollte) Nähe zu den Großtaten des Blur Frontmannes erkennen.

Letztlich ist „Mines“ aber das Werk von Musikverrückten. Was hier mit Piano, Gitarren, Drums, Bass und perkussiven Elementen erdacht und erschaffen wird, spielt die komplette Klaviatur der Emotionen hoch und runter. Der Auftakt mit „Queen Black Acid“ lässt in dieser Hinsicht keine Wünsche offen und klingt höchst ambitioniert. Menomena schaffen aber den Spagat zwischen künstlerischem Anspruch und Herz. Richtig gelesen! Dies ist nämlich kein Kopfalbum sondern eine Herzensangelegenheit. Da kann der Bass bei „TAOS“ noch so pumpen, die Drums noch so druckvoll angeflogen kommen und das Piano jubilieren – das muss so sein, das fühlt sich richtig an, das ist Musik mit Herz und Verstand! Ein sphärischer Aufbau wie bei „Killermall“ steht der Band gut zu Gesicht und selbst der fast schon unscheinbare Song „Dirty Cartoons“ verzaubert einen als Zuhörer.

Fazit: „Mines“ ist ein Kleinod im Haifischbecken Musikgeschäft. Was doch alles möglich ist, wenn man sich frei von allen Konventionen macht. Hier wird die ganz Palette an Emotionen aufgefahren und hat doch rein gar nix mit der oft bemühten Emo-Kiste zu tun. Ist das Rock? Indiepop? Vielleicht mit dem Wörtchen Art davor? Oder Postcore? Egal! Völlig egal sogar! Was ausnahmsweise mal zählt ist die Musik! Punkt!

http://www.menomena.com/

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