Irgendwo sitzen also vier Herren und machen schon seit 2006 gemeinsam Musik. Die Band mein mio dürfte noch recht unbekannt sein, auch wenn deren zwei EPs schon für einigen Wirbel im Wasserglas sorgen konnten. Ich sag es direkt vorneweg, ich hoffe, dass das Album „Irgendwo in dieser großen Stadt“ ein voller Erfolg wird und in die deutsche Musiklandschaft einschlägt wie eine Bombe! Die elf Songs sind nämlich verdammt gut und haben Gehör verdient!
Was macht diese Platte denn jetzt so gut? Vielleicht ist es eine gewisse Reife, die sich vom ersten bis zum letzten Ton durch das gesamte Album zieht. Dieser Umstand wird es mei mio auch ungleich schwerer machen, denn eine jüngere Zielgruppe lässt sich mit dieser Art von Musik kaum locken und ob die älteren Musikhörer noch den Ehrgeiz haben auch mal über den Tellerrand hinauszugucken, bleibt noch abzuwarten.
Die etwas mehr als 40 Minuten werden fast komplett von einer melancholischen und traurigen Grundnote bestimmt, die sich wie ein roter Faden durch das gesamte Werk zieht. Eine gewisse musikalische Traurigkeit wird von intelligenten Texten eingerahmt. „Irgendwo in dieser großen Stadt“ bewegt sich grundsätzlich im weiten Indie-Feld, ist im Grunde seines reinen Herzens aber Pop. Pop für Erwachsene? Vielleicht! Aber das ist ja auch irgendwie auch negativ besetzt und negative Gedanken ziemen sich nicht für dieses Album.
Fazit: „Irgendwo in dieser großen Stadt“ ist definitiv ein anspruchsvolles Indie-Popalbum, welches für die eine oder andere Gänsehaut gut ist, sich allerdings noch wesentlich besser im Herbst macht. Musik aus Deutschland kann ja doch anspruchsvoll sein und musikalisch und textlich eine tolle Einheit bilden! Chapeau!
