Maximo Park die dritte Runde! Eine dritte Runde, die es in sich hat und eine dritte Runde, die es einem nicht einfach macht. Aber mal ehrlich, einfach kann ja jeder. Maximo Park sind aber bekanntlich nicht jeder, sondern zufälligerweise eine der besten Bands, die dieses Jahrzehnt den Weg von der Insel gefunden hat. „Quicken The Heart“ wurde in L.A. aufgenommen und an den Reglern saß mit Nick Launay ein Könner seines Fachs.
„Quicken The Heart“ will erarbeitet werden. Beim ersten Durchlauf bleibt nicht besonders viel hängen. Die zwölf Songs rasen an einem vorbei und ehe man gerade dabei ist, sich auf das Gehörte voll und ganz einzulassen, ist die ganze Kiste auch schon wieder zu den Akten gelegt und vorbei. Oberflächlich betrachtet könnte man auf den Gedanken kommen, hier ist alles wie immer. Doch unter der Oberfläche brodelt es ganz gewaltig und da gibt es eine Menge zu entdecken und ja, Maximo Park haben wieder Hits geschrieben, man muss nur genau hinhören. Wer zu früh aufgibt, der verpasst möglicherweise eine tolle Platte. Punkt!
Schon der hektische Postpunkeinstieg „Wraithlike“ stürmt mit voller Wucht auf den Zuhörer zu. „Penultimate Clinch“ ist anschließend noch eine Spur ausgefeilter. Ein Joy Division Gedenkbass jagt einem einen wohligen Schauer über den Rücken. Die Stimme von Smith verleiht der Nummer sogar etwas Düsternis. „Kids Are Sick Again“ ist ein weiterer Höhepunkt. Gerade der Refrain entwickelt sich zu einer wahren Hymne. Keine Melodien für Millionen, aber für diejenigen, die bereit sind danach zu suchen. „Cloud of Mystery“ besticht mit einer Schönheit und Dringlichkeit, die einen nach und nach mit gehöriger Wucht erwischt. Die folgende Ballade „Calm“ wirkt zunächst recht unscheinbar, aber auch hier gilt wieder das Credo – genau hinhören, denn dann packt einen die Nummer direkt an sämtlichen Synopsen. Die erste Hälfte der Scheibe wird mit einer weiteren Hymne beendet. Allerdings ist “In Another World (You Would’ve Found Yourself by Now)” in den Strophen fast schon melancholisch – aber auch das gehört zu Maximo Park.
„Let’s Get Clinical“ versetzt einen dann wieder in die erste Hälfte der 80er. „Roller Disco Dreams“ ist dann quasi der Auftakt zu der Schwächephase der Platte. Recht nett, aber auch ohne Überraschungen. Das Keyboard bei „Tanned“ sorgt dann aber doch wieder für den besonderen Moment. „Questing, Not Coasting“ holt das Album danach aber wieder zurück in die Spur. Maximo Park haben das einzigartige Händchen die ganz großen Gesten mit einer melancholischen Note zu versehen. Der Gesang von Smith sorgt dann erneut dafür, dass man auch bei sommerlichen Temperaturen eine Gänsehaut bekommt. „Overland, West of Suez“ mäandert etwas plan- und ziellos durch die Gegend, bevor „I Haven’t Seen Her in Ages“ den Hörer dann in ruhigem Fahrwasser entlässt.
Fazit: Man sieht sie schon förmlich vor sich, all´ die Leute, die einem jetzt erzählen wollen, dass Maximo Park mit den ersten beiden Alben aber besser waren. Nein, waren sie nicht, nur anders. Diesmal springen einen die Songs nicht so vordergründig an, aber das ist verdammt noch mal ein gutes Zeichen. Musik, die erarbeitet werden will hat sicher eine längere Haltbarkeit. Auf die zum Teil sehr nachdenklichen Texte sollte man auch mal mehr als ein Ohr verwenden, denn auch hier sind Maximo Park eine Klasse für sich. Auch, wenn die zweite Albumhälfte etwas schwächer ist, ist „Quicken The Heart“ insgesamt eine kleine Perle, die nur entdeckt werden will.
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am Dienstag, den 12. Mai 2009 um 10:13 Uhr veröffentlicht
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