Wer einen Grammy als „Best New Artist“ einheimsen und vom Debütalbum weltweit mehr als 10 Millionen Einheiten absetzen konnte, der hat wohl alles richtig gemacht. Auch mit ihrem neuerlichen Werk scheinen Maroon 5 wieder direkt den Weg in die Erfolgsspur zu finden. Schon die erste Single „Makes Me Wonder“ wird mehr als wohlwollend aufgenommen. Zudem scheint sich die Band mit dem Nachfolger für „Songs About Jane“ auch die nötige Zeit gelassen zu haben und hat nicht auf die Schnelle irgendwas zusammengeschustert um den Erfolg weiter auszukosten.
Wobei der Weg von Maroon 5 nicht immer die Erfolgsleiter steil nach oben führte. Schon zu Highschool Zeiten in L.A. machten Levine, Carmichael und Madden unter dem Namen Kara´s Flowers Musik. Der Erfolg war eher bescheiden, um es mal nett auszudrücken. Zu dieser Zeit war die musikalische Ausrichtung auch eher im traditionellen Rock oder Singer/Songwriter Genre angesiedelt. Das sollte sich allerdings schlagartig ändern, als Levine und Carmichael zwecks Studium nach New York gingen. An der dortigen Uni kamen die beiden dann auch in intensiven Kontakt mit R & B. Fortan bestand nicht nur Interesse an aktuellen Strömungen, sondern an der kompletten Geschichte und so begeisterten sie sich z.B. auch für Stevie Wonder. Zurück in L.A. wurde dann das Band Line-up komplettiert und mit Maroon 5 ein neuer Name gefunden. Der Rest dürfte ab dann ja bekannt sein…
Auch „It Won´t Be Soon Before Long“ besticht und besteht wieder aus der Symbiose von R & B und Rock. Schon der Albumopener „If I Never See Your Fave Again“ kommt sehr funky daher. Erinnert in den Strophen verdammt stark an Prince, bevor im Refrain die Rockschiene gefahren wird. Starker Start. Die Single „Makes Me Wonder“ dürfte ja mittlerweile auch bei uns hinlänglich bekannt sein. Einfach ein gute Launelied, welches trotz des momentanen Regens so was wie Sommerstimmung verbreitet. Perfekter Pop halt. Bei „Little Of Your Time“ fängt es zunächst hektisch und eher rockig an, bevor es mit dem Refrain dann freilich wieder poppig wird. Passt aber wunderbar zusammen. Bei „Wake Up Call“ blinzeln vereinzelt die Red Hot Chili Peppers um die Ecke. Könnte man fast schon als Standard-Maroon 5- Track bezeichnen. „Won´t Go Home Without You“ ist so ziemlich komplett geklaut. Wer schon immer wissen wollte wie „I Just Call To Say I Love“ von Stevie Wonder und „Every Breath You Take“ von The Police zusammen klingen, der ist hier richtig aufgehoben. Für mich einer der Tiefpunkte der Platte. Nett und heimelig wird es dann bei „Nothing Lasts Forever“. Sehr gefällige Popnummer. Ist bei den erstmaligen Hördurchläufen noch etwas unscheinbar, das Dingen wächst aber jedes Mal mehr. Bei „Can´t Stop“ geht es dann (endlich) wieder etwas mehr zur Sache, bevor es mit „Goodnight Goodnight“ (der Titel lässt es ja schon erahnen) melancholisch und nachdenklich wird. Die obligatorische Ballade, die sich sicher sehr gut im Radio machen wird. Der Song ist allerdings auch gut umgesetzt und überzeugt. „Not Falling Apart“ erinnert schon wieder an The Police. Was denn da los? Aber diesmal sitzt hier alles und hat Luft, gut so. „Kiwi“ groovt wie Hölle und ist irgendwie, ähm, sexy. „Better That We Break“ ist Kitsch pur, entweder man mag das so oder nicht, dazwischen gibt es nichts. „Back At Your Door“ kommt fast schon als Barjazz daher, bevor es mit dem hier als Bonus-Track deklarierten (warum eigentlich?) „Infatuation“ nach knapp 45 Minuten den Albumausklang gibt.
Fazit: Auch mit ihrem zweiten Album werden Maroon 5 sicher wieder jede Menge Leute begeistern. Die Scheibe wird sich wahrscheinlich auch wieder wie geschnitten Brot verkaufen. Unterm dem Strich ist „It Won´t Be Soon Before Long“ perfekter Hochglanzpop. Vom hochpolierten Cover, über das Booklet, die Gesamtgestaltung bis hin zu den Songs ist hier alles klinisch perfekt. Ich für meinen Teil hätte mir da etwas mehr Ecken und Kanten gewünscht. Auf der anderen Seite ist gegen Perfektion natürlich nichts einzuwenden und wenn erstmal die Sonne scheint, dann ist dieses Album sicher ein guter Begleiter. Ein Sommeralbum für die gute Laune.