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Mark Tate: In den Krallen des Geisterkönigs (Folge 1)

(Hörfabrik)

Autor: DJ / Wertung: 6.5 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Bild von Mark Tate - In den Krallen des Geisterkönigs (Folge 1)Beschreibung: Der Geisterkönig holt zum großen Vergeltungsschlag gegen Mark Tate und seine Gefährten aus. Von Rache angetrieben macht er sich May Harris, Marks Freundin, zum Werkzeug. Gemeinsam mit Maurice Vernier, dem Teufelsoptiker, schlägt May unbarmherzig zu. Kann der Teufelsjäger seine Freunde retten oder wird er in den Krallen des Geisterkönigs sein Ende finden?

Kritik: Die Intention zur neuen Hörfabrik Serie Mark Tate wird mir ebenso ein Rätsel bleiben wie ihr Vertrieb der für mich bislang schlechtesten Hörspielserie Marcel Hollerbusch. Nachdem das Label mit der ersten Folge von der Anti-Demon-Force einen eher schlechten Start erwischt hatte, konnte man mit den anschließenden Folgen um das Demolitionteam gerade durch den kruden Humor und die eigenwillige Führung einer Gruselserie punkten. Zwischenzeitlich wurde man mit der Kurzarbeit wieder etwas seriöser und betrat mit den Road Bandits erfolgreich ein neues Territorium. Warum man nun mit dem Horror-Trash Mark Tate eher wieder zu seinen Anfängen zurückkehrt, wirft doch einige Fragen auf. Die Hörspielserie basiert auf eine mir unbekannte Groschenheftserie gleichen namens von einem W.A. Harry. Diese Serie wurde vor einigen Jahren schon einmal Opfer einer Hörbuchumsetzung, die nicht nur aufgrund der Aufmachung, sondern auch der Umsetzung eine unglaubliche Frechheit darstellte. Den Mist von damals hat eine obskure Firma namens Hary-Production verbrochen, deren erste Produktion Mark Tate – Vol. 1 ‚Der tödliche Fluch’ das schlechteste Hörbuch darstellt, für das ich bisher Geld ausgeben durfte. Dabei prangert auf dem Cover neben einem bunten Feuerwerk auch noch ein warnender Totenkopf und der Hinweis Damit wird Ihr Player zum Hellgate – zum ‚Tor zur Hölle’. Angeblich hat es die Serie damals sogar auf 20 weitere Episoden gebracht. Mark Tate selber ist wohl ein Relikt aus den 70ern. Die Aufbruchstimmung und die Porno-Attitüde merkt man der Serie auch an. Ebenso wie die frühen John Sinclair Romane gehen nur die wenigsten Akteure einer festen Arbeit nach, sondern verdienen ihr Geld als Selbstdarsteller mit gutem Aussehen und blöden Sprüchen. Die Dialoge geizen nicht mit schmerzhafter Überheblichkeit, die nur noch durch die alles erdrückende Dummheit übertüncht wird. Übersinnliches gehört dort zum Alltäglichen wie Schlaghosen, Magnum-Schnäuzer und fiese Scheitel. Das Szenario ist ähnlich einer Barbie-Inszenierung unwirklich und nur auf das Ziel schneller Handlungsabfolgen mit Knalleffekt ausgerichtet, in der sich die Figuren ohne Pinkelpause in ihrer eigenen Herrlichkeit austoben können. Überraschend ist hier gar nichts, außer dass es neben mir zahlreiche andere gegeben haben muss (bzw. scheinbar sogar immer noch gibt), die so einen Schund gerne gelesen haben bzw. lesen. Logik sucht man vergeblich. Ebenso wie die Antwort auf die Frage, warum die Bösen die Guten nicht direkt töten, wenn sie denn die Gelegenheit haben. Inzwischen dürfte sich doch rumgesprochen haben, dass der Held selbst dann noch einen dreifachen Salto mit Aufzählung diverser Zaubersprüche, dem Leerschießen eines Magazins mit geweihten Silberkugeln und dem Binden der Schnürsenkel hinbekommt, wenn man ihm eine halbe Stunde vorher nicht nur die Arme ausgekugelt, sondern auch noch beide Beine gebrochen hat. In den Krallen des Geisterkönigs sudelt sich geradezu in dieser herrlichen Tradition. Die Geschichte ist ohne Übertreibung und Beschönigung Groschenroman-Dünnschiss pur. Alleine die Einführung eines Teufels-Optiker steht Darks Hardrock-Zombie in nichts nach. Etwas Verwirrung mag anfangs die Wahl der 21. Folge der Serie stiften, ist man doch mit dem Hauptpersonal noch nicht vertraut. Aber gerade deswegen wurde wohl diese Episode gewählt: die Crew, die Mark Tate auf weiteren Abenteuern begleitet, wird hier komplett und schnörkellos vorgestellt. Dass es dabei drunter und drüber geht, versteht sich von selber. Die Qualität der Aufführung selber bedeutet für die Hörfabrik nach den guten Inszenierungen der letzten eigenen Veröffentlichungen leider wieder einen Schritt zurück. Selbst ein ansonsten immer durch seine Darbietung hervorstechender Thorsten Pahlke kann mich diesmal nicht überzeugen. Wirklich wohl scheint er sich in der Rolle des tumben Geisterjägers nicht zu fühlen. Der Rest am Set agiert leider auch recht hölzern, so dass die Leistung beinahe schon an die erste A.D.F.-Folge erinnert. Das gesamte Stück passt sich der Niederschrift von W.A. Hary leider an. Von feiner Eigenironie fehlt leider jegliche Spur! Und daher kann man In den Krallen des Geisterkönigs selbst beim besten Willen nicht als gelungenes Hörspiel bezeichnen, wenn auch ein eigenwilliger Unterhaltungswert gegeben ist. Da helfen weder Shavall noch Samuraischwert.

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