Kaum hat Deutschland mit Mark Medlock seinen jährlichen Superstar gefunden, stand eben jener auch gleich mit seinem Siegertitel „Now Or Never“ als Maxi-CD in den CD-Läden dieses Landes. Und auch mit der Veröffentlichung einer Langrille ließ die Maschinerie, die hinter dem Bobbelche, das eine Staffel lang wirklich herzerfrischend mit Deutschlands Vorzeige – Hetero Dieter Bohlen geflirtet hat, steht, nicht lange auf sich warten.
Romantisch verspielt taufte man das Album auf den Namen „Mr. Lonely“ und bei einem Blick ins Booklet offenbart sich gleich, dass Dieter Bohlen seine Drohung… sorry Ankündigung wahr gemacht und sämtliche Songs geschrieben und produziert hat. Na ja, Satire mal bei Seite: Dieter Bohlen ist sicherlich kein schlechter, wenn es darum geht Musik geschmeidig eingängig zu komponieren und an den Mann respektive die Frau zu bringen. Im vorliegenden Falle wird wahrscheinlich genau diese Fähigkeit auch diese Platte vor dem totalen Absturz bewahren, denn dem Herrn sind durchaus einige nette, einschmeichelnde Melodien aus dem Schreibhändchen geflossen. Relativ schwach dagegen würde ich die Leistung des Protagonisten Mark Medlock bezeichnen. Und das sage ich nicht als verkappter Superstars- geschweige denn Pop-Hasser. Im Gegenteil! Ich hatte dieses Jahr gerade mit Mark Medlock das erste Mal die Hoffnung, dass sich einer der RTL-Plastiksternchen vielleicht doch einmal dauerhaft etabliert und nicht neben Alexander Klaws, Tobias Regner und Co in irgendeinen RTL-Lager geschoben wird in der Hoffnung, diese verglühten Himmelskörper eines Tages vielleicht für ein Big Brother Superstars Special reanimieren zu können. Medlock war nämlich für mich der wirklich erste Kandidat, der abgesehen von seiner für mich leicht nervigen Art eine richtig ausdrucksstarke und variable Stimme vorzuweisen hatte. So eine Stimme in guten Songs positioniert könnte wirklich ganz nach vorne gehen, und das nicht nur bis zur nächsten DSDS-Staffel sondern auch deutlich darüber hinaus. Was man allerdings als Hörer auf „Mr. Lonely“ gesanglich so geboten bekommt, kann man mit dem Begriff ‚Belanglosigkeit’ umfassend greifen. Natürlich glänzt Medlock in der ein oder anderen Schmusenummer unter den insgesamt vierzehn Titeln, aber das war es auch schon. Bei groovigen Bluesnummern wie beispielsweise dem Titeltrack „Mr. Lonely“, „Everytime You Go“ oder dem Rauskehrer „Only A Fool“ kommt der frischgebackene Superstar saft- und kraftlos daher, trällert sich so seicht und ausdruckslos durch die Nummern, dass die an sich wirklich guten Songstrukturen wie ein Kartenhaus in sich zusammenfallen. Man wird halt bei dieser Platte irgendwie einfach die ganze Zeit das Gefühl nicht los, dass es sich um einen Schnellschuss handelt, dass Medlock hier einfach die vorgegebenen Melodienlinien 1:1 übernommen hat, ohne sich mit den Songs an sich zu beschäftigen, geschweige denn ihnen seinen eigenen charakteristischen Stempel aufzudrücken.
Fazit: Für mich persönlich ist „Mr. Lonely“ eine ziemliche Enttäuschung und Mr. Medlock noch meilenweit davon entfernt, ein echter Superstar zu sein. Seinen Plattenverkäufen wird diese lustlos dargebtotene Leistung sicherlich keinen Abbruch tun, dafür werden genau all die Teenies mit ihren Plattenkäufen sorgen, die auch schon vor wenigen Wochen ihre Eltern beim Tele-Voting für ihr Bobbelche an den Rande des finanziellen Abgrundes gebracht haben. Ein durch und durch mittelmäßiges Pop Album, das auf dem Fundament des Hitgespürs Dieter Bohlens steht, ohne aber nach oben hin Highlights setzen zu können. 6 Punkte!
Homepage Mark Medlock
Medlock war nämlich für mich der wirklich erste Kandidat, der abgesehen von seiner für mich leicht nervigen Art eine richtig ausdrucksstarke und variable Stimme vorzuweisen hatte.
Nervig ja, aber die ausdrucksstarke und variable Stimme suche ich bei ihm immer noch. Mark Medlock mag zwar einen gewissen Soul haben, aber er hat in den Shows schon jeden Song lustlos und uninspiriert heruntergelullt. Und egal was er anpackte, es klang alles gleich. Der Gute wird eben so in der Versenkung verschwinden, wie seine Kollegen davor.
Comment by DiJae — June 18, 2007 @ 7:44 am
Gefällt mir sehr gut!
Comment by ingoodcompany — June 23, 2007 @ 10:58 am