header photo

Sound Base

Online Magazin

Mark Brandis: Testakte Kolibri (5 & 6) TIPP
(Universal Music)


Autor: DJ / Wertung: 10.5 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

markbrandis-kolibriInhalt: 2124: Der Prototyp “Kolibri” ist eine Sensation – der erste Raumschifftyp, der in allen Elementen, unter Wasser, in der Luft und im Weltraum reisen kann. Mark Brandis wird beauftragt, als Projektleiter eine mysteriöse Pannenserie aufzuklären, die einen Testpiloten nach dem anderen umbringt. Die VEGA braucht den Erfolg, und der Druck steigt. Brandis begibt sich selbst in Gefahr, um dem Rätsel auf den Grund zu gehen …

Kritik: Der Wechsel von Steinbach sprechende Bücher zu Folgenreich (Universal) wird auch von einem Bruch in der Geschichte begleitet. Der Bürgerkrieg-Zyklus ist abgeschlossen, Mark Brandis wird wieder als Testpilot eingesetzt. Die fünfte Folge bietet sich daher für Neuhörer (wie mich) ideal als Einstieg in die Serie ein, die Verweise auf frühere Ereignisse lassen zwar immer mal wieder Fragen offen, machen aber auch neugierig auf die gesamte Serie inklusive der bisher erschienenden Hörspielfolgen.

Dass der Neuhörer nicht überfordert wird, verdankt die Doppelfolge ihrer gemächlichen Gangart, die genug Zeit zum Orientieren bietet, aber auch nicht die Spannung aus der Erzählung nimmt. Wo sich bei anderen Serien aus dem Hause Universal scheinbar zunehmend die Ereignisse überschlagen und tatsächlich doch nichts passiert, verhält es sich bei Testakte Kolibri genau anders. Der Hörer wird nicht mit rasch wechselnden Szenen überrollt, die durch zugegeben imposante Effekthascherei künstlich aufgeblasen werden, sondern bekommt angenehm nachvollziehbare SciFi geboten, die wenig realitätsfremd ist und sich einem schon beim ersten Hören erschließt.

Dabei stehen neben technischen Errungenschaften in einer nahen Zukunft vor allem der Mensch, sein Umfeld und seine Entwicklung im Fokus des Autors. Beinahe möchte man Mark Brandis als soziologische SciFi bezeichnen, die zudem eine stark historische Komponente besitzt. Allerdings würde dies den Eindruck erwecken, die Serie sei zu kopflastig.

Dass man hier allerdings noch nicht die richtige Balance gefunden hat, beweist das etwas missglückte Ende. Während man als Hörer auf eine überraschende Auflösung und ein dramatisches Finale wartet, schließt man zwar emotional, aber doch recht schwach ab.

Was vor allem bleibt, ist die nachhallende Stimmung dieser Doppelfolge. Ob es die Beziehungen zwischen den einzelnen Piloten oder aber die drückende Atmosphäre unter Wasser ist, man erinnert sich an diese Augenblicke auch, nachdem die zweite CD ihr Ende erreicht hat. Und dies liegt nicht zuletzt an der tollen Produktion und den bis auf wenige Ausnahmen gut agierenden Sprechern. Mal gucken, ob ich brav genug war, dass der Weihnachtsmann mir vielleicht noch ein paar alte Folgen unter den Baum legt. Würde mich freuen.

Hinterlasse eine Antwort

Aktuelle Artikel