Von denen, die jetzt spontan behaupten würden, von Marion Raven noch nie auch nur einzigen Ton gehört zu haben, würden sicherlich gut 80% lügen, auch wenn sie sich ihrer Lüge sicherlich nicht bewusst wären. Auch ich gehöre zu diesen geschätzten 80%, kann aber jetzt nach der Lektüre des beigelegten Presseinfos mit der Information auftrumpfen, dass es Marion Raven war, die zusammen mit Meat Loaf das Duett in „It’s All Coming Back To Me“ bestritten hat.
Und was sagt uns das nun zum aktuellen Album „Set Me Free“ der Norwegerin? Absolut nichts, denn mit bereits erwähntem Duett hat der Solo-Output der Dame rein gar nichts zu tun. Zwar lässt sie auch in ihren elf eigenen Titel des öfteren gerne mal ihre sinnliche Stimme in Schmusequalität aus den Boxen klingen, aber überwiegend gibt es hier modernen Pop – Rock auf die Ohren, der in vielen Passagen vor allem an das Rotz-Gören Feeling der ersten Avril Lavigne Scheibe erinnert. Da passt es sicherlich gut, dass sie ihr neuen Songs im Juli im Vorprogramm von keiner geringeren als P!nk einer breiteren Masse zugänglich machen will. Und sie hat in meinen Augen durchaus gute Chancen, sich mit ihrem Material eine gute Fangemeinde zu erspielen, denn die Titel kommen kraftvoll und eingängig rüber und lassen musikalisch wie textlich einiges an Emotionen mitschwingen, die den meisten Menschen nicht fremd sein dürften. Ganz getreu dem Motto ‚Leid verbindet’ dürfte sich der ein oder andere in Marion Raven’s Songs über verflossene Beziehungen wieder finden. Abgerundet werden die musikalischen und textlichen Qualitäten durch einen satten Sound, den man auch durchaus als Tanzboden kompatibel bezeichnen darf.
Fazit: „Set Me Free“ ist definitiv eine mehr als nette Rockplatte mit starken Ambitionen, auch in der Pop-Schiene einiges an Fans abzuräumen. Hat auf jeden Fall das Zeug, Marion Raven aus dem wirklich in jeder Hinsicht gigantischen Schatten unseres Lieblings-Fleischbällchen treten zu lassen. 9 Punkte!
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