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Mariah Carey: E=MC²

(Universal)

Autor: schlimm / Wertung: 7,5 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Die weltweit größte Diva meldet sich nach dem Erfolgsalbum „The Emancipation of Mimi“ aus dem Jahre 2005 nun mit dem Nachfolger zurück. Was will uns der Albumtitel "E=MC²" sagen? Vielleicht „The Emancipation of Mariah Carey Part 2“? Ist im Grunde auch egal, da bei Mariah Carey ganz andere Dinge wichtig sind. Jedenfalls liefert die Frau den Klatschspalten dieser Welt immer wieder Futter. Ihr Auftritt bei Deutschland sucht den Superstar war selbstverständlich auch wieder ihrer würdig. Kommt sie? Oder kommt sie nicht? Und wann kommt sie? Flüge wurden verschoben, abgesagt und dann doch wieder gebucht, der ganz normal Mariah-Wahnsinn also. Ein Fahrdienst winkte dankbar ab, da die Sonderwünsche kaum zu realisieren seien und und und. Letztlich war sie dann doch da – mit einer Armada an Angestellten. Kann man alles kopfschüttelnd zur Kenntnis nehmen oder unter dem Aspekt verbuchen, dass sie eine Menge Arbeitsplätze schafft. Eigentlich geht es nur um Musik und die sollte nicht in den Hintergrund geraten.

Es ist ja nicht so, dass sie den Erfolg gepachtet hätte. Gerade zu Beginn des Jahrzehnts lief es nicht ganz so rund. Erst 2005 konnte sie sich wieder freischwimmen und ein Erfolgsalbum vorlegen. Mit der musikalischen Ausrichtung und dem gesanglichen Vortrag knüpft sie mit dem neuen Album daran nahtlos an. Egal wie man zu der Frau steht, singen kann sie grundsätzlich wie keine Zweite. Die hohen Töne hält und trifft sie immer noch vorzüglich. Leider zeigt sie dies auf dem vorliegenden Album viel zu wenig. Die amerikanischen Radiostationen spielen entsprechende Songs auch nur sehr ungern bis gar nicht. Daran scheint sich "E=MC²" nun zu orientieren. Mariah bewegt sich also meist in der mittleren Stimmlage. Wer das stimmliche Leistungsvermögen von ihr kennt, der könnte meinen, dass die gute Frau hier leicht unterfordert ist. Dem ist nicht so, denn viele Tracks haben die hohen Töne schon zu bieten, nur nicht so offensichtlich, sondern vermehrt im Hintergrund.

Die musikalische Umsetzung ist, wie es zu erwarten war, überwiegend im R n B-Bereich angesiedelt. Die Beats für sich gesehen sind wenig spektakulär und haben oftmals den immer gleichen Rhythmus zu bieten. Zu Beginn rauscht das Album an einem vorbei, ohne dass viel hängen bleibt. Die einzelnen Nummern scheinen sich vermeintlich nur in Nuancen zu unterscheiden. Und gerade noch denkt man, dass das Album nicht mehr zünden wird und dann passiert doch noch das fast unvermeidliche, die Songs setzen sich im Gehörgang fest.

Die Scheibe startet mit der soliden Clubnummer „Migrate“ an die sich nahtlos die Single „Touch My Body“ anschließt. So unscheinbar dieser Song zu Beginn auch ist, mit seinem sonnigen Gemüt macht er irgendwann sogar richtig Spaß. Überraschend kommt „Cruise Control“ daher. Das Duett mit Damian Marley wartet mit leichten Reggaeanleihen auf. Passt erstaunlich gut zusammen und mit diesem luftigleichten Flair wird auch ganz nett der Sommer eingeläutet. Das Balladenfach wird anschließend bei „I Stay In Love“ geöffnet. Die musikalische Umsetzung ist beliebig und im Grunde totaler Mist, dafür überzeugt Mariah Carey mit ihrer Stimme und schafft es endlich mal die hohen Töne nicht zu übertreiben. Es folgt eine überzeugende Clubnummer („Side Effects“), der sich ein solider Song im Midtempo-Bereich im Janet Jackson Stil anschließt (I´m That Chick“). Wer die Balladen-Mariah mag, wird mit „Love Story“ bestens unterhalten werden, auch wenn die musikalische Umsetzung wenig überzeugend ist. In diesem Stil zwischen Club, Midtempo und Ballade rangieren auch die übrigen Songs, mal gut, mal weniger gut gelungen. Leider wurde die größte Perle der Scheibe ganz zum Schluss versteckt. „I Wish You Well“ hat nämlich das, was man an den dreizehn Songs vorher zum Teil vermisst hat – Seele! Dieser astreine Soul- und Gospeltrack kommt musikalisch mit ein paar Pianoklängen aus. Ansonsten zeigt Mariah Carey, was sie gesanglich leisten kann. Die beteiligten Backroundsänger veredeln den Song zusätzlich und sind das Salz in der Suppe. Ein dickeres Ausrufezeichen zum Schluss hätte kaum gesetzt werden können!

Fazit: „E=MC²“ ist in erster Linie ein Album für den amerikanischen Markt. Alles, was über dem großen Teich momentan angesagt ist, findet sich hier wieder. Fans von Mariah Carey werden trotzdem nicht enttäuscht werden, denn wenn man sich erstmal eingehört hat, hat die Scheibe doch eine Menge zu bieten. Wer auf zeitgenössischen Pop und R n B steht, der ist hier bestens aufgehoben und goldrichtig! Auch diese Scheibe wird aufgrund seiner Qualitäten ganz sicher wieder ein Erfolgsalbum werden.

http://www.mariahcarey.com

 

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