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Mara Lang: Masken – Unter magischer Herrschaft
(Knaur)


Autor: Schwoll / Wertung: 10 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Blaue Male am ganzen Körper und ein tiefer Schnitt, der von der Nase bis hoch zur Stirn führt – Ferin ist Pheytanerin, hässlich und unwürdig. Daher darf sie ihr Gesicht nicht erheben und nur graue Kleidung tragen, bis zu dem Tag, an dem auch sie durch das Ritual die Maske erhält, die sie endlich zu einer wunderschönen Frau und einem vollwertigen Mitglied der Gesellschaft der Merdhuger macht.
Aber Ferins Maske zerfällt nur wenige Stunden nach dem Ritual zu Staub und ihre einzige Chance, die strengen Strafen nach den Konventionen der Merdhuger zu überleben, liegt in der Flucht, denn sie gilt als gefährliche Gesetzesbrecherin.
Im Dschungel trifft sie auf eine Gruppe Rebellen, die sie aufnehmen und Ferin in die Geschichte ihres Volkes einweihen: Die von den Merdhugern besiegten und unterdrückten Pheytaner sind ein Volk mit magischen Fähigkeiten, die von den Masken unterdrückt werden.
Ferin begibt sich auf die Suche nach sich selbst, ihrer Magie und ihren Wünschen im Leben. Als ihr Dorf von den Merdhugern angegriffen wird, erkennt sie, dass nur die Flucht nach vorne und die Zerstörung der Masken für sie alle eine Zukunft bedeuten kann…

„Masken –unter magischer Herrschaft“ von Mara Lang (Knaur) ist ein Fantasy-Roman, der sehr berührt und über gesellschaftliche Konventionen und ihren Sinn nachdenken lässt.
Sehr gefühlvoll beschreibt Mara Lang das Leben aus Ferins Sicht – ihre Unsicherheit, ihre Hoffnungen, die sich durch das Zerfallen der Maske in Luft auflösen. Ferin ist ein sehr emotionaler Charakter, manchmal möchte man ihr ob ihrer Zaghaftigkeit und Unsicherheit mal feste auf die Füße treten. Aber sie findet ihren Weg in ihrem Rhythmus und schafft es dadurch glaubwürdig, die ihr eingeimpften Grenzen zu sprengen und die ersehnte Freiheit auch ohne die Maske zu finden.
Nicht, dass Mara Lang dabei die Geschichte nur seicht vor sich hindümpeln lassen würde – sie spart nicht an Blut, Schweiß und Tränen, lässt Schmerz zu und Charaktere sterben, weil das Leben auch in dieser Fantasy-Welt nun mal so ist. Sie gestaltet dies in einem sehr flüssigen Stil und atmosphärisch ungeheuer dicht, beschreibt die Welt um die Pheytaner herum sehr detailliert, ohne dass sie abschweifen würde. Auch die Unterschiedlichkeit und Individualität der anderen Rebellen arbeitet sie heraus, so dass man die Beweggründe aller nachvollziehen kann.
Die Spannung, die nach dem Anfang und ihrer Flucht zunächst etwas nachlässt, steigt gegen Ende wieder stark an und man mag das Buch kaum noch aus der Hand legen.

Fazit: Sei die, die du bist! „Masken – Unter magischer Herrschaft“ ist ein Fantasy-Roman über die Reise zu sich selbst, mit all den dazu gehörigen Hindernissen und Kämpfen. Gleichzeitig ist es aber auch die Geschichte über die Befreiung eines Volkes – spannend, mitreißend und voller Magie.

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